Usbekistan

Usbekistan (usbek. Oʻzbekiston; amtlich Republik Usbekistan, usbek. Oʻzbekiston Respublikasi) ist ein Binnenstaat in Zentralasien. Nachbarländer sind im Westen und Norden Kasachstan, im Osten Kirgisistan, im Südosten Tadschikistan und Afghanistan, im Süden Turkmenistan. Im Westen grenzt das Land zudem an den Aralsee. Der Staat Usbekistan entstand 1925 als Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik, einem Teil der Sowjetunion, und wurde 1991 unabhängig. Der Name Usbekistan leitet sich vom Volk der Usbeken ab, deren Bezeichnung wiederum auf Usbek Khan zurückgeht.

Geographie

Usbekistan hat eine Fläche von 447.400 km² und liegt im mittleren Zentralasien. Usbekistan und Liechtenstein sind die einzigen Binnenstaaten der Erde, die ihrerseits nur von Binnenstaaten umgeben sind. Man muss also mindestens zwei Staatsgrenzen überqueren, um in einen Staat mit Zugang zu einem offenen Meer zu gelangen. Die Ausdehnung Usbekistans beträgt von Westen nach Osten etwa 1.425 km und von Norden nach Süden etwa 930 km. Das Land erstreckt sich dabei zwischen dem 37. und 46. nördlichen Breitengrad, sowie zwischen dem 56. und 73. östlichen Längengrad.

Nachbarländer sind im Westen und Norden Kasachstan (2.203 km gemeinsame Grenze, davon verlaufen etwa 230 km geradlinig durch den Aralsee), im Osten Kirgisistan (1.099 km), im Südosten Tadschikistan (1.161 km) und Afghanistan (137 km), im Süden Turkmenistan (1.621 km). Die gesamte Länge der Staatsgrenze Usbekistans beträgt 6.221 km. Zum Staatsgebiet Usbekistans gehören die von Kirgisistan umschlossenen Exklaven So’x (auch ‘Soch’), Shohimardon, Chong-Kara und Jangail, umgekehrt werden die kirgisische Exklave Barak und die tadschikische Exklave Sarvan von usbekischem Territorium umschlossen.

Landschaftszonen

Usbekistan erstreckt sich von den Wüsten am Aralsee im Westen über zirka 1.200 km bis zum fruchtbaren Ferghanatal im Osten.

Der von vollständiger Austrocknung bedrohte Aralsee hatte im Jahr 2004 eine Fläche von ungefähr 17.000 km². Südwestlich des Sees befindet sich das flachwellige, wüstenhafte Ustjurt-Plateau, dessen Westhälfte zu Kasachstan gehört und das ein großes Naturreservat bildet.

Der größte Teil der Fläche Usbekistans wird von Wüsten eingenommen. Südöstlich des Aralsees im Tiefland von Turan erstreckt sich die Kysylkum-Wüste (usbek. Qizilqum), die vier Zehntel der Staatsfläche Usbekistans umfasst und sich auf dem angrenzenden Territorium Kasachstans fortsetzt. Sie wird nur durch einige Restmassive unterbrochen, die im Gora Aktau 920 m Höhe erreichen. Südlich davon liegt eine große Steppenlandschaft, durch die der Amudarja fließt.

Im Osten Usbekistans liegen die Turkestangebirgskette und die vorgebirgige Landschaft des Tianshan, sowie Teile des Ferghanatals, einer dichtbesiedelten Senke zwischen dem Tianshan- und dem Alai-Gebirge mit wichtigen landwirtschaftlichen Anbauflächen.

Der höchste Berg Usbekistans liegt im Hissargebirge (Provinz Surxondaryo) und erreicht eine Höhe von 4.643 Metern. Dieser trug einst den Namen Berg des 22. Kongresses der Kommunistischen Partei, war danach eine Zeit lang namenlos, trägt aber heute den Namen Hazrat Sulton. Die tiefste Stelle im Land liegt 12 m unter dem Meeresspiegel in der Wüste Kysylkum.

Gewässer

Durch Usbekistan fließen die zwei wichtigsten Zuflüsse des Aralsees und größten Ströme Zentralasiens, der Amudarja (usbek. Amudaryo) mit 2.539 km Länge und der Syrdarja (usbek. Sirdaryo) mit 2.212 km Länge. Beide Flüsse liegen jedoch nur mit einem Teil ihres Laufes in Usbekistan.

Die Quellflüsse des Amudarja, in der Antike Oxus genannt, daher kommt auch der klassische Begriff Transoxanien, entspringen außerhalb Usbekistans im zu Tadschikistan und Afghanistan gehörenden Pamir. Der Amudarja bildet in seinem Mittellauf zunächst die usbekisch-afghanische Grenze und verläuft sodann parallel zur Grenze Usbekistans zu Turkmenistan, die jedoch nur in einem Teilstück dem Fluss direkt folgt. Sein Mündungsbereich gehört ganz zu Usbekistan.

Die Quellflüsse des Syrdarja entspringen im zu Kirgisistan gehörenden Tianshan. Der Syrdarja durchquert in seinem Mittellauf den zu Usbekistan gehörenden Teil des Ferghanatals, fließt dann über das Territorium Tadschikistans, südwestlich von Taschkent erneut eine Strecke durch Usbekistan, während sein Unterlauf zu Kasachstan gehört.

Weitere wichtige Flüsse sind der Surchundarja (usbek. Surxondaryo), ein rechter Nebenfluss des Amudarja, der Kaschkadarja (usbek. Qashqadaryo), der die Oase von Karschi erreicht, und der Serafschan (usbek. Zarafshon), der die Oasen von Samarkand und Buchara bewässert und schließlich in der Wüste südwestlich von Buchara endet, ohne den Amudarja erreicht zu haben.

Die größten Seen des Landes, die nur zum Teil gänzlich in Usbekistan liegen, sind neben dem Aralsee (Orol dengizi) der Aibugirsee, der Sarykamyschsee (Sariqamish koʻli), der Aydar Koʻl und der künstliche Talimardschan-Stausee.

Klima

Das Klima Usbekistans zählt zu der gemäßigten Zone. Je nach Region herrschen kontinentales Feuchtklima, gemäßigtes Steppenklima oder gemäßigtes Wüstenklima vor. Die Sommer sind meist heiß und wolkenlos, die Winter unbeständig und kalt.

Der Jahresniederschlag beträgt – je nach Region – nur 50–400 mm, steigt jedoch in den Gebirgen teilweise auf über 1.000 mm jährlich an. Die Temperaturen schwanken sowohl jahres- als auch tageszeitlich stark. Der gesamte Niederschlag über Usbekistan beträgt etwa 12,2 km³ pro Jahr und entspricht weniger als 0,2 % der in Usbekistan verfügbaren Wasserressourcen.

Tier- und Pflanzenwelt

Aufgrund seiner Größe und der vielen Landschaftszonen und trotz der Tatsache, dass etwa 80 % der Landesfläche aus Wüste und Steppe bestehen, bietet Usbekistan eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Knapp zwei Prozent des Landes stehen unter Naturschutz.

Bedingt durch die weitläufige Steppen- und Wüstenlandschaft finden sich über 3000 Grasarten, aber auch immerhin etwa 80 Baumarten. Weniger als fünf Prozent der Fläche sind bewaldet.

Zu den über 40 Säugetierarten zählen Steppenschafarten, wie das Karakulschaf, Rothirsche, Kropfgazellen, Saigas, Braunbären, Wölfe, Füchse, Luchse, Dachse, Wildschweine und Stachelschweine. Sogar Schneeleoparden sind in den Westausläufern des Tianshan beheimatet. Der Kaspische Tiger ist heute ausgestorben, durchstreifte aber bis vor wenigen Jahrzehnten das früher grüne Mündungsdelta des Amudarja.

Über 400 Vogelarten kommen in Usbekistan vor, darunter beispielsweise usbekische Flugtümmler, eine Taubenrasse, Kragentrappen, Wacholderdrosseln, Rebhühner, Stare, Zwergadler, Geier und Falken.

Hinzu kommen etwa 60 Reptilienarten und über 70 Fischarten.

Umweltproblematik

Die übermäßige Wasserentnahme aus Flüssen zur Bewässerung von Ländereien für den Anbau von Baumwolle verursacht ökologische Schäden, wie zum Beispiel eine massive Bodenversalzung. Dazu kommt ein hoher Eintrag von Düngerückständen, Herbiziden und Pestiziden, der Böden und Grundwasser nachhaltig verunreinigt.

Der Aralsee steht vor seiner Austrocknung, weil seine Zuflüsse seit den Zeiten der UdSSR zu stark für künstliche Bewässerung verwendet wurden. Seine Tiefe halbierte sich, seine Fläche verringerte sich von 66.000 km² auf derzeit etwa 17.160 km² (Stand: 2004). Das Verschwinden des einst riesigen Sees wird das Klima noch trockener machen.

Es bestehen Überlegungen, ob man mittels künstlich hervorgerufenen Regens die derzeitigen jährlichen Niederschläge von 12,2 km³ auf über 20 km³ steigern könnte. Versuche dieser Richtung fanden bereits in den Siebziger und Achtziger Jahren in der Region des Flusses Pskem bei Taschkent, in der Region Qashqadaryo und im Ferghanatal statt.

Bevölkerung

Usbekistan hat in etwa 27,7 Mio. Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt 61,2 Einwohner pro km² und entspricht damit nur etwa einem Viertel der Bevölkerungsdichte in Deutschland. Jedoch verteilt sich die Bevölkerung ungleichmäßig auf das Land: So liegt die Bevölkerungsdichte im Ferghana-Becken bei über 570, in der Provinz Navoiy hingegen bei nur 8,4 Einwohnern pro km². Das Bevölkerungswachstum liegt bei knapp einem Prozent. Die Migrationsrate ist mit 0,3 Prozent ebenfalls sehr niedrig (Stand: 2009)[2]

Usbekistan ist zudem ein sehr junges Land, denn etwa 10,4 Mio. Menschen, das entspricht knapp 40 % der gesamten Bevölkerung, sind unter 18 Jahre alt. Etwa 17 Millionen Menschen, also circa 65 % der Bevölkerung, sind unter 30 Jahre alt und so ergibt sich ein Durchschnittsalter von nur 22,9 Jahren (Stand: 2007). Die Lebenserwartung bei Geburt liegt bei durchschnittlich 72 Jahren, 69 Jahre bei den Männern und 75,2 Jahre bei den Frauen (Stand: 2009).

Ethnien

Die Bevölkerung Usbekistans besteht aus über 100 Völkerschaften, davon nach offiziellen Angaben zu 71 % aus Usbeken, 5,1 % Russen, 5 % Tadschiken, 4,1 % Karakalpaken, 3,2 % Kasachen, 2,7 % Krimtataren, 2,5 % Koreaner. Zu den kleineren Minderheiten zählen Turkmenen, Uiguren, Wolgadeutsche, Armenier, Mescheten, Aserbaidschaner und Kurden. Im Jahre 2001 gab es 24.000 Deutsche in Usbekistan. Stalin deportierte in den Vierziger Jahren rund 40.000 Wolgadeutsche nach Taschkent.

Von tadschikischer Seite wird behauptet, die Anzahl der Tadschiken in Usbekistan sei viel höher als offiziell angegeben. Diese Behauptung wurde in jüngster Zeit auch von einigen internationalen Menschenrechtsorganisationen, wie z. B. Human Rights Watch oder Amnesty International, aufgegriffen. Tatsächlich ist jedoch eine unparteiische Ermittlung des Bevölkerungsanteils der Tadschiken in manchen Landesteilen wie dem Gebiet um die Städte Samarkand und Buchara kaum möglich, da die dortige Bevölkerung traditionell zweisprachig (turk- und persischsprachig oder in heutiger Terminologie usbekisch- und tadschikischsprachig) ist und eine Trennung in zwei verschiedene Völker erst durch die moderne amtliche Terminologie eingeführt worden ist.

Dennoch wurden auch in letzter Zeit immer mehr Diskriminierungen gegen die Tadschiken berichtet. Im Jahre 2000 kam es zu Zwangsvertreibungen und zur Inhaftierung vieler Tadschiken. Zudem kam es 1998 zu Bücherverbrennungen und Unterdrückungen persischsprachiger Medien und Zeitungen. Mangels exakter Bevölkerungsstatistiken existieren nur ungenaue Schätzungen über die Anzahl tadschikischer Muttersprachler. In akademischen Kreisen wird von einem Bevölkerungsanteil von bis zu 30% ausgegangen.

Bei offiziellen Erhebungen geben viele Bürger tadschikischer Ethnie die usbekische Volkszugehörigkeit an.Während der Usbekisierung unter Scharaf Raschidow, dem 1959 bis 1982 amtierenden Generalsekretär der Kommunistischen Partei, mussten Tadschiken sich entweder mit der Angabe „Usbeke“ für den Verbleib in ihrer Region, so z. B. in der Stadt Samarkand, oder aber für eine Umsiedlung nach Tadschikistan entscheiden.

Sprachen

Staatssprache ist das Usbekische, in der autonomen Republik Karakalpakstan ist zudem auch die karakalpakische Sprache offizielle Amtssprache. In den Städten Samarkand und Buchara ist die tadschikische Sprache weit verbreitet, die russische Sprache ist als lingua franca und Bildungssprache weiterhin von Bedeutung, der Medresenunterricht erfolgt auf arabisch.

Nach einem Beschluss des usbekischen Parlaments erfolgt seit Mitte der 1990er Jahre der Umstieg vom kyrillischen auf das lateinische Alphabet. De facto sind nun beide Alphabete parallel in Gebrauch.

Religionen

Circa 89 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, etwa 8 % russisch-orthodox (meist Angehörige der russischen Minderheit). Darüber hinaus gibt es schiitische Muslime (vor allem in Buchara und Samarkand) sowie Angehörige anderer christlicher Konfessionen (Angehörige der Armenisch-Apostolischen Kirche, der Katholischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Kirche und diverser protestantischer Gemeinden) sowie Juden (ca. 93.000 Gläubige, siehe Bucharische Juden), Buddhisten, Anhänger des Bahaismus und Anhänger der Lehren Krishnas.

Obwohl laut Verfassung Religionsfreiheit garantiert wird, werden einzelne (besonders protestantische) Christen und christliche Gemeinden oder Gruppen stark eingeschränkt. Der Druck auf usbekische Christen hat über die Jahre zugenommen. Nach dem Weltverfolgungsindex belegt Usbekistan den Platz 10.

Auch Amnesty International beklagt die eingeschränkte Religionsfreiheit, vor allem für behördlich nicht zugelassene Gruppen wie die christlich-evangelikalen Gemeinden und Muslime.

Der Islam in Usbekistan gilt als äußerst gemäßigt. Dies hängt damit zusammen, dass eine hohe staatliche Kontrolle ausgeübt wird und fundamentalistische Bewegungen stark bekämpft werden. Der Ramadan wird dennoch von vermutlich 40 % der Muslimen in den Städten und 85 % auf dem Land praktiziert. Im zentralasiatischen Volksislam finden sich bis heute Einflüsse aus zwei weiteren Religionen, dem monothestischen Zoroastrismus, der zwischen 1800 v. Chr. und 600 v. Chr. vermutlich in Baktrien entstand, und dem Buddhismus. Ebenfalls verbreitet sind Elemente des Schamanismus und Formen des Aberglaubens, was sich in Perlenketten und Amuletten äußert, die vor dem sogenannten Bösen Blick schützen sollen und in Teilen des Landes verbreitet sind.

Städte und Ballungsräume

Die größten Städte Usbekistans sind Taschkent (Toshkent) (ca. 2.140.000 Einwohner), Namangan (ca. 430.000), Andijon (ca. 370.000), Samarkand (Samarqand) (ca. 350.000), Nukus (ca. 240.000) und Buchara (Buxoro) (ca. 230.000) (Stand: 1. Januar 2009). Sie sind gleichzeitig die wichtigsten Ballungsräume des Landes, der Ballungsraum Taschkent hat dabei über 3,2 Mio. Einwohner. Neben diesen Ballungsräumen ist die Region Fargʻona mit über 500.000 Einwohnern ein weiterer bedeutender Ballungsraum.

Bildung und Soziales

Das Bildungssystem wurde in den letzten Jahren mehrfach leicht reformiert. Die Dauer der Schulausbildung beträgt zwölf Jahre. Danach schließen sich verschiedene Hochschulen und Universitäten an. In Taschkent befinden sich zudem auch einige englischsprachige Universitäten.

Das Gesundheitssystem des Landes basiert zu weiten Teilen noch auf dem sowjetischen System der staatlichen Polikliniken. Daneben entstand in den neunziger Jahren ein privater Gesundheitssektor. Dieser steht jedoch seit einem Parlamentsbeschluss im September 2009 vor dem Aus.

Geschichte

Vorislamische Zeit

1938 wurden in Teshik-Tosh, gelegen zwischen Termiz und Duschanbe (Tadschikistan), zahlreiche Steinwerkzeuge, Tierknochen und das Skelett eines Kindes entdeckt, das auf die Zeit von 30.000 bis 40.000 v.Chr. datiert werden konnte. Dieser Fund stellte die erste paläolithische Entdeckung Zentralasiens dar.

Unter Dareios I. gelangte ganz Zentralasien unter achämenidische Herrschaft; diese Herrschaft konnten schließlich die Truppen Alexanders des Großen brechen. Usbekistan war daraufhin Teil der historischen Landschaft Baktrien. Prägende Einflüsse hinterließ die Seidenstraße, die seit dem Altertum zu einem Teil durch das heutige Gebiet Usbekistans verlief.

Zeit muslimischer Dynastien

Mit Beginn des 8. Jahrhunderts konnte sich infolge des arabische Eroberungszugs des Qutaiba ibn Muslim der Islam etablieren. Kleine sogdische Herrschaften wurden eingegliedert und 751 gehörte Transoxanien endgültig zur islamischen Welt. Die folgenden Jahrhunderte wurden durch die Samaniden in Buchara (819 bis 1005) bestimmt. Das türkische Elememt setzte sich durch und die Khane der Karluken regierten als “Kara-Chaniden” in Buchara.

Ab Mitte des 12. Jahrhunderts herrschten die Choresm-Schahs und die verfeindeten, aus China geflohenen, Kara Kitai.

Im Jahre 1220 kamen die Mongolen. Diese Zeit gilt als sehr unbeständig. Es gab immer wieder Kriege unter den Nomaden. Em Ende dieser Zeit stand der neue, heutige usbekische Volksheld Timur Lenk (auch Tamerlan, in Usbekistan Amir Timur), der sich 1370 zum Herrscher von ganz Transoxanien ausrief und den Titel eines Emirs annahm. Er gilt als Herrscher der Gegensätze, der die Wiederherstellung des Mongolischen Reiches anstrebte und dabei mit äußerster Brutalität vorging. Dennoch gilt er ebenfalls als wichtiger Förderer von Kunst und Literatur, der der Region einen Beginn des kulturellen und wissenschaftlichen Aufschwungs ermöglichte.

In der Dynastie der Timuriden folgte ihm sein Enkel Ulugh Beg, ein bekannter Astronom. Die Timuriden herrschten noch bis Anfang des 16. Jahrhunderts. Erst daraufhin begann die Zeit der eigentlichen Usbeken, einem Turkvolk mit Herkunft aus (West-)Sibirien.

Die Zeit der usbekischen Khanate, mit dem noch bis 1600 ansteigenden Karawanenhandel, gilt als eine Blütezeit der Kultur und Wissenschaft. Im 17. Jahrhundert erlebte das Land unter der Dynastie der Dschaniden (1599-1785) Stabilität. Die Dschaniden-Dynastie gilt als sehr orthodox geprägt und förderte den Bau einer Vielzahl von Moscheen und Medresen.

Mit dem frühen 18. Jahrhundert begann eine Zeit der inneren Probleme und Unruhe. Das 1710 gründete Khanat von Kokand zog 1740 in Buchara ein und bezwang den dort herrschenden Khan. Das Gebiet des heutigen Usbekistans verteilte sich zu dieser Zeit überwiegend auf die beiden Khanate Xiva und Kokand, sowie das Emirat Buchara.

Russische Herrschaft

Im 19. Jahrhundert begann das Great Game (dt. Große Spiel) zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Russischen Reich um die Vorherrschaft in Zentralasien. Russland erlangte schließlich die Kolonialherrschaft über Usbekistan und 1868 zeigte sich die militärische Überlegenheit Russlands gegenüber dem Emirat Buchara und dem Khanat Xiva. Diese blieben allerdings als eigenständige Staaten unter russischem Protektorat bestehen. Das Khanat Kokand wurde hingegen vollständig vom Russischen Reich annektiert. Unter russische Herrschaft wurden die Gebiete in Zentralasien zum Generalgouvernement Turkestan zusammengefasst. Die Hauptstadt wurde Taschkent, die heutige Hauptstadt Usbekistans.

Im Jahre 1918, nach der Machtübernahme durch die Bolschewiki, wurde aus dem vormaligen Generalgouvernement Turkestan die Turkestanische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb der Russischen SFSR gebildet. Im Khanat Chiwa und im Emirat Buchara wurden 1920 die Volksrepubliken Choresmien und Buchara ausgerufen. Der gestürzte Emir Said Alim Khan von Buchara und dessen Verbündete wurden erst nach Afghanistan vertrieben und schließlich besiegt.

1924/1925 wurde aus der Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Turkestans und den beiden Volksrepubliken Choresmien und Buchara die Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik (Usbekische SSR). Diese erhielt 1925 den Mitgliedsstatus der Sowjetunion. Tadschikistan wurde 1929 als selbständige Tadschikische SSR ausgegliedert, die Karakalpakische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (Karakalpakische ASSR) hingegen in Usbekistan eingegliedert. Erste Hauptstadt der Usbekischen SSR war Samarkand, erst 1930 ging dieser Status an Taschkent über. 1963 wurden 40.000 km² von der Kasachischen SSR an die Usbekische SSR übertragen; Usbekistan, in seinen heutigen Grenzen, war entstanden.

In den 1930er Jahren fiel ein Großteil der rekrutierten, einheimischen Parteiführung den Säuberungen Stalins zum Opfer. Es entstand eine an Moskau orientierte, stalinistische Partei- und Staatsbürokratie.

Von 1959 bis 1983 war Usbekistan eine Art kommunistisches Khanat unter der Herrschaft von KP-Generalsekretär Scharaf Raschidow.

Unabhängigkeit

1991 wurde die Unabhängigkeit Usbekistans erklärt. Präsident wurde Präsident Islom Karimov, der schon seit 1989 erster Parteisekretär in Usbekistan war und sein Amt als Präsident Usbekistans bis heute ausübt.

In den 1990er Jahren gab es wiederholt innere Konflikte, vor allem im Ferganatal im Osten des Landes. 1999 starben bei einem Bombenattentat in Taschkent 20 Menschen.

Zu einer Serie von Bombenanschlägen kam es 2004. Erst wurde am 29. März 2004 ein Selbstmordanschlag verübt, bei dem mindestens 19 Menschen starben. Dann lieferte sich am 30. März 2004 eine Gruppe von vermutlich 20 Extremisten ein Feuergefecht mit der Miliz und sprengte sich nahe der Hauptstadt Taschkent in die Luft. Zudem detonierte eine Autobombe vor einem Staudamm. Schließlich sprengten sich am 30. Juli 2004 Selbstmordattentäter nahe der Botschaften Israels und der Vereinigten Staaten in Taschkent in die Luft und töteten acht Menschen. Offizielle usbekische Stellen beschuldigen die Islamische Bewegung Usbekistan, die dem islamischen Fundamentalismus zugeordnet wird.

Die Unruhen vom Mai 2005

Im Mai 2005 wurden in der Stadt Andijon im Ferghanatal während einer Demonstration 400 bis 600 Menschen durch usbekische Militär- und Polizeikräfte erschossen. Die mehrtägigen Unruhen, die neben Andijon auch Qorasuv und andere Städte nahe der Grenze zu Kirgisistan erfassten, wurden vom Regime Karimov den Islamisten der Hizb ut-Tahrir (Partei der Befreiung) zugeschrieben und deren Bekämpfung als Kampf gegen den Terror ausgegeben. Vermutlich wurden sie aber durch soziale und politische Ursachen wie hohe Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Armut und politische Unterdrückung ausgelöst.

Die Europäische Union äußerte sich zunächst nicht zu den Vorfällen, in späterer Konsequenz erließ die EU aber ein Exportverbot von Waffen nach Usbekistan und ein Einreiseverbot für hohe usbekische Politiker in die EU. Die Sanktionen wurden Ende 2007, vor allem auf Drängen Deutschlands, gelockert und bis auf das Waffenembargo im Oktober 2008 aufgehoben.

Politik

Nach der Verkündung der Unabhängigkeit Usbekistans wurden in einer kurzen Zeit die Rechtsgrundlagen des neuen Staates geschaffen. Die Verfassung Usbekistans ist auf Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft mit sozialen Garantien und Grundrechtsschutz ausgerichtet. Die praktische Umsetzung der Verfassung durch die Politik ist jedoch heftiger Kritik wegen mangelnder Rechtsstaatlichkeit und erheblicher Demokratiedefizite ausgesetzt.

Staatspräsident

Präsidentschaftswahl 2007 Stimmen Anteil
Islom Karimov 13.008.357 88,1%
Asliddin Rustamov 468.064 3,17%
Diloram Tashmuhamedova 434,111 2,94%
Akmal Saidov 420.815 2,85%

Aus den ersten direkten Präsidentschaftswahlen am 29. Dezember 1991 ging Islom Karimov mit 86 Prozent der Stimmen als Sieger hervor und wurde erster Präsident der unabhängigen Republik Usbekistan. Seine Amtszeit wurde am 26. März 1995 in einem Referendum bis zum Jahr 2000 verlängert.

Am 9. Januar 2000 ließ er sich mit 91,9 Prozent für eine weitere Amtszeit bestätigen. Die Abstimmung wurde von vielen Staaten als nicht frei und wenig demokratisch kritisiert, der einzige Gegenkandidat erklärte, er habe selbst für den Präsidenten gestimmt. In einem Referendum am 27. Januar 2002 ließ er sich erneut seine Amtszeit, bis zum Dezember 2007, verlängern.

Obwohl Artikel 90 der usbekischen Verfassung vorsieht, dass die fünfjährige Amtszeit des Präsidenten nur einmal verlängert werden kann, wurde Karimov nach Mitteilung der Wahlkommission mit 88,1 Prozent der Stimmen am 23. Dezember 2007 wiedergewählt. Drei weitere Kandidaten kamen auf jeweils etwa drei Prozent. Sie hatten aber keinen Wahlkampf geführt und sich teilweise sogar für den Amtsinhaber ausgesprochen. Mit der Wahl wurde Karimov für weitere fünf Jahre als Präsident bestätigt. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erklärte, dass die Wahl zahlreiche Kriterien für demokratische Wahlen nicht erfüllt habe.

Parlament

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Demokratie war die Wahl des Oliy Majlis am 25. Dezember 1994, des ersten auf dem Mehrparteienprinzip basierenden Parlaments in der Geschichte Usbekistans. Seitdem erfolgten zwei Neuwahlen des Parlamentes, die erste davon im Dezember 1999. Das jetzige Parlament wurde am 26. Dezember 2004, mit Stichwahlen im Januar 2005, gewählt. Die nächsten Neuwahlen fanden am 27. Dezember 2009 statt.

Gemäß der Verfassung der Republik Usbekistan ist das Oliy Majlis das höchste repräsentative Staatsorgan, das die gesetzgebende Funktion wahrnimmt.

Bis zu den Wahlen 2004 war das Oliy Majlis ein Einkammer-Parlament. Es setzte sich aus 250 Abgeordneten zusammen, die in den territorialen Ein-Mandat-Wahlbezirken für die Dauer von fünf Jahren gewählt wurden. Seit dem 26. Dezember 2004 gibt es in Usbekistan ein Zweikammerparlament. Zusammengesetzt ist es aus der unteren, gesetzgebenden Kammer mit 120 Abgeordneten, gewählt auf fünf Jahre, und der oberen Kammer, dem Senat mit 100 Senatoren. 16 Senatoren werden vom Präsidenten ernannt, die anderen, sechs pro Gebiet, werden von den jeweiligen Provinzräten, dem Rat der Stadt Taschkent und dem Rat Karakalpakstans gewählt.

Die Abgeordneten sind in fünf Parteifraktionen und zwei Blöcken vereinigt: Die Fraktion der Volksdemokratischen Partei Usbekistans, die Fraktion der National-demokratischen Partei Fidokorlar, die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Adolat, die Fraktion der Partei Milliy tiklanish, die Fraktion der Partei des Heimatsfortschritts, dem Block der aus den lokalen Verwaltungsorganen gewählten Abgeordneten und dem Block der Wählergruppeninitiativen.

Das Parlament hat zwölf Ausschüsse und vier Kommissionen für sämtliche Bereiche des gesellschaftspolitischen und sozialökonomischen Lebens.

Die Leitung des Oliy Majlis üben der Vorsitzende und seine drei Stellvertreter, die aus den Reihen der Abgeordneten für die ganze Legislaturperiode gewählt werden, aus. Einer der Stellvertreter des Vorsitzenden des Oliy Majlis ist ein Vertreter der Republik Karakalpakstan, der gegenwärtig der Vorsitzende des Joqarg’ı Ken’es, des Parlaments Karakalpakstans, ist.

Um die Arbeit des Oliy Majlis zu organisieren und andere Vollmachten gemäß der Gesetzgebung auszuüben, ist der Kengash (Rat) des Oliy Majlis eingesetzt. Er besteht aus dem Vorsitzenden des Oliy Majlis, seinen Stellvertretern, den Vorsitzenden der Ausschüsse und Kommissionen, sowie den Vorsitzenden der Parteifraktionen und Abgeordnetenblöcke.

Innenpolitik

Die Innenpolitik des Landes wird in großem Maße von Staatspräsident Karimov bestimmt, welcher ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf das Parlament hat.

Aus den Abgeordneten des Oliy Majlis wurde eine Beauftragte für Menschenrechte (Ombudsfrau) gewählt. Zudem wurde eine Kommission aus Ehrenamtlichen zur Wahrung der Verfassungsrechte und Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger gegründet. Anderweitige Organisationen im Bereich Menschenrechte werden jedoch nicht geduldet.

Zahlreiche Oppositionelle gingen nach Amtsantritt Islom Karimovs bereits in den frühen 1990er-Jahren ins Exil, etliche mussten für mehrere Jahre ins Gefängnis und mehrere sind verschwunden. De facto existiert keine Opposition in Usbekistan, denn nahezu alle Oppositionelle leben im Ausland. Inländische Oppositionelle müssen mit schweren Repressalien rechnen. Kritische ausländische Webseiten werden in Usbekistan meist blockiert.

Die Todesstrafe ist in Usbekistan offiziell seit dem Jahr 2008 ohne Ausnahme abgeschafft.

Außenpolitik

Usbekistan unterhält politische Beziehungen zu mehr als 100 Ländern und hat diplomatische Vertretungen in über 40 Ländern, darunter sind zwei Vertretungen in Deutschland. In Taschkent gibt es über 50 Botschaften, darunter ist auch die Deutsche Botschaft in Usbekistan.

Usbekistan bemühte sich in den 1990er und in der ersten Hälfte der 2000er-Jahre, gute Beziehungen sowohl zu Russland als auch zu den USA und Großbritannien zu unterhalten. Zur Zeit haben sich jedoch die Beziehungen zwischen den USA und Usbekistan abgekühlt, da Karimov die amerikanische Militärbasis räumen ließ. Ein Grund dafür war, dass die USA die blutigen Unterdrückungen in Andijon verurteilten. Außenminister ist Vladimir Norov.

Obwohl sich Usbekistan von den Vereinigten Staaten abgewendet hat und die Nähe zu Moskau sucht, sieht sich der usbekische Staat weiterhin als Teil der weltweiten Anti-Terror-Koalition. Gründe dafür sind die Ereignisse von Andijon im Mai 2005, sowie die versuchten Terroranschläge auf Präsident Karimov in den Jahren zuvor. Der islamischen Fundamentalismus wird von Regierungsseite als größte Bedrohung des Landes dargestellt und schon seit längerem bekämpft. Doch oft wird dies als Rechtfertigung dazu verwendet, oft unschuldige, meist lediglich nicht regierungstreue Personen zu inhaftieren.

Aus der Unterstützung des weltweiten Kampfes gegen Terrorismus resultiert auch die Nutzung des Lufttransportstützpunktes Termes durch etwa 80 deutsche Bundeswehrsoldaten, die dort zur logistischen Unterstützung des ISAF-Einsatzes in Afghanistan stationiert sind.

Mitgliedschaften

Aus der GUAM (bis dahin GUUAM) und dem Türkisch-Zentralasiatischen Gipfel (OATCT) trat Usbekistan im Mai 2005 aus.

Usbekistan erkennt nahezu alle internationalen Verträge und Vereinbarungen an und ist vielen internationalen Abkommen und Konventionen beigetreten. Ein Beitritt zur Welthandelsorganisation ist bisher noch nicht erfolgt, Usbekistan ist aber Beobachter und befindet sich aktiv in Verhandlungen. Gründe für den bisher nicht erfolgten Beitritt liegen u. a. in der unzureichenden Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen. Im Jahr 2001 erfolgte die Aufnahme in die Shanghai Cooperation Organisation. Mit der EU wird auf Grundlage eines Kooperations- und Partnerschaftsabkommens, sowie mit der NATO im Rahmen des Programms Partnerschaft für den Frieden zusammengearbeitet.

Wirtschaftsbeziehungen

Russland, China, Südkorea, Deutschland und Kasachstan sind die fünf wichtigsten Lieferländer Usbekistans. Das Importvolumen betrug im Jahr 2008 7 Mrd. US-Dollar, das Exportvolumen circa 10,4 Mrd. US-Dollar. Importiert werden überwiegend Maschinen, Nahrungsmittel und Chemikalien. Hauptexportgüter sind Baumwolle, Gold und Erdgas.

In der zentralen Frage der Währungskonvertibilität hat Usbekistan einen wichtigen Schritt nach vorn unternommen. Seit dem 15. Oktober 2003 gilt volle Konvertibilität. Ob sich damit der Devisenzugang für Importeure entspannt, kann erst die längerfristige Praxis zeigen. Gleichzeitig versucht die Regierung Usbekistans, makroökonomische Stabilität über eine stark reglementierte Geldpolitik zu erreichen. Mit der außergewöhnlich starken Kontingentierung der Bargeldmenge sollen Wirtschaft und Handel kontrolliert und Währung und Inflation stabil gehalten werden. Dies behindert das Wirtschaftsleben. Allerdings sind 2005 ein Wachstum von 7 %, ein solider Haushalt und ein positives Außenhandelssaldo erreicht worden. Doch makroökonomische Stabilität bringt noch kein wirkliches Wachstum im Handel und Privatsektor sowie Wohlstand mit sich.

Beziehungen zu Russland

Mitte November 2005 haben der russische Präsident Wladimir Putin und sein usbekischer Amtskollege Islom Karimov in Moskau einen militärischen Beistandspakt unterzeichnet. Wie es darin heißt, wird ein militärischer Angriff auf einen der beiden Staaten als „Aggression gegen beide Seiten“ gewertet: „Im Fall einer Aggression gegen eine der Vertragsparteien wird die andere Seite jede notwendige, auch militärische Hilfe anbieten“. Berichten zufolge räumt der Vertrag zudem beiden Ländern das Recht auf eine gegenseitige Nutzung ihrer militärischen Infrastruktur ein. Karimov bezeichnete den Vertrag demnach als „historisches Abkommen“. „Russland war und bleibt unser treuester Verbündeter.“ Putin würdigte das russische Verhältnis zu Usbekistan in ähnlicher Weise.

Kommentatoren gilt die Vereinbarung als Bestätigung dafür, dass sich Usbekistan in Zukunft in erster Linie an Russland binden und weniger stark an US-Interessen orientieren will. Russland verstärke damit seinen Einfluss in dem zentralasiatischen Land. Für die Seidenstraßenstrategie der USA bedeutet das Abkommen nach Überzeugung vieler Beobachter einen herben Rückschlag (s. auch: The Great Game).

Beziehungen zu Deutschland

Westeuropäische Staaten, auch Deutschland, fordern seit Jahren die Fortsetzung demokratischer Reformen, sowie die Verbesserung der Menschenrechtslage in Usbekistan. Dies wird von Usbekistan als Einmischung in die inneren Angelegenheiten angesehen.

Deutschland ist einer der wichtigsten Partner Usbekistans in Westeuropa. Dies geht u. a. auf die Tatsache zurück, dass Deutschland einer der wichtigsten Abnehmer von usbekischem Erdgas ist. Der ehemalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier gilt als politischer Freund Usbekistans und setzte sich auf Ebene der Europäischen Union für ein Ende aller Sanktionen gegen Usbekistan und usbekische Politiker ein. Ende Februar 2008 reiste eine deutsche Delegation, unter Führung des ehemaligen Wirtschaftsministers Glos, nach Usbekistan und Turkmenistan. Die etwa 100 Mann starke Delegation wurde durch Diplomaten aus dem Außenministerium und Repräsentanten der Wirtschaft unterstützt. Vertreten waren u. a. Deutsche Bank, EADS, MAN, RWE, Siemens, Thyssen-Krupp und Wintershall. Bei den bilateralen Gesprächen hatte besonders das Thema Energieversorgung mit Erdgas einen hohen Stellenwert.

Es gibt circa 55 deutsche Firmenvertretungen in Usbekistan (ca. 15 mit entsandten Deutschen), darunter Siemens und drei deutsche Banken, die sowohl Baumwollhandel als auch Liefergeschäfte mit Usbekistan finanzieren.

Sicherheit

Militär

Usbekistan selbst hat 52.500 Soldaten im Dienst. Die Streitkräfte bestehen aus der Armee, den Luftstreitkräften, den militärischen Sicherheitskräften, die dem Innenministerium unterstehen und nicht mit der Miliz zu verwechseln sind, und einer Art Nationalgarde, die dem nationalen Sicherheitsdienst untersteht und für die Sicherheit wichtiger Persönlichkeiten des Landes verantwortlich ist. Marinestreitkräfte besitzt das Land nicht. Laut Verteidigungsgesetz von 1992 ist die Armee eine Verteidigungsarmee. Der derzeitige Verteidigungsminister Usbekistans ist Qobul Raimovich Berdiyev.

Seit einem Erlass des Staatspräsidenten Karimov im November 2008 findet die Einberufung für den einjährigen Grundwehrdienst nur noch einmal im Jahr statt. Zudem wurde ein Dienst für die Einberufung einer Mobilisationsreserve eingeführt.

In Usbekistan sind noch etwa 100 Soldaten der Bundeswehr stationiert. Die Deutschen nutzen den Stützpunkt Termiz, 500 Kilometer südlich von Taschkent, zur Versorgung der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF).

Miliz

Die usbekische Miliz, so die Bezeichnung der Polizei in einigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion, ist wegen der in ihren Reihen grassierenden Korruption berüchtigt. Sie genießt daher in weiten Teilen der Bevölkerung keinen guten Ruf. Auf Land- und Zugangsstraßen zu Städten werden in regelmäßigen Abständen Kontrollpunkte aufgebaut. Vorbeifahrende müssen diese Kontrollpunkte langsam passieren und werden teilweise zu genauerer Kontrolle angehalten. Die Autokennzeichen werden oft aufgezeichnet, was eine Kontrolle der Bevölkerung ermöglicht. Innerhalb der größeren Städte stehen am Straßenrand ebenfalls Milizionäre, meist etwa alle zwei- bis fünfhundert Meter. Die ohnehin schon starke Präsenz der Miliz wurde als Folge der Unruhen im Mai 2005 noch weiter ausgebaut.

Wirtschaft

In der ehemaligen Sowjetunion war Usbekistan eines der ärmeren Gebiete. Mehr als 60 % der Bevölkerung lebten in schwach besiedelten ländlichen Gemeinschaften. Heute ist Usbekistan der drittgrößte Baumwollexporteur der Welt, ein bedeutender Förderer von Erdgas, Gold und Kupfer, sowie örtlicher Produzent von chemischen Produkten und Maschinen.

In Folge der Unabhängigkeit 1991 versuchte die damalige Regierung, die Planwirtschaft nach sowjetischem Muster mit Unterstützungsgeldern und starker Kontrolle von Produktion und Preisen aufzufangen. 1994 begann man aufgrund der starken Inflation die Wirtschaft zu reformieren. Das Investitionsklima für ausländische Investoren sollte verbessert, die Rolle des Staates langsam zurückgefahren, die Privatisierung weiter vorangetrieben und eine strengere Geldpolitik eingeführt werden. Der Staat ist aber weiterhin ein dominierender Faktor in der usbekischen Wirtschaft und die Reformen sind soweit fehlgeschlagen, als dass sie die dringend gebrauchten strukturellen Veränderungen nicht brachten. Der IWF schob 1996 einen 185-Millionen-Dollar-Kredit auf, weil die damalige politische Lage in Usbekistan eine Erfüllung der Fond-Konditionen unmöglich machte. Aufgrund der Asien- und Russland-Krise wurden der Export und die Geldpolitik weiter gestrafft. Ein Hauptgrund für die derzeitige Stagnation ist die wirtschaftliche Politik, die ausländische Investoren verprellt.

Allgemeine Daten

Alle Angaben auf Basis der Statistik des Internationalen Währungsfonds für das Jahr 2008.

Landwirtschaft

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Anbaugebiete sind das dicht besiedelte Ferghana-Becken und die Regionen um die Städte Taschkent, Samarkand und Buchara. Knapp 80 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche dienen dem Anbau von Baumwolle. Weite Teile der Anbauflächen müssen künstlich bewässert werden. Dies führt zu massiven Problemen der Bodenversalzung.

Acker- und Gartenbau

In Usbekistan werden verschiedenste Getreide-, Obst- und Gemüsesorten angebaut. Besonderer Beliebtheit, auch weit über die Landesgrenzen hinweg, erfeuen sich die usbekischen Kürbisse. Seit einer Reduzierung der Anbauflächen für Baumwolle nimmt der Acker- und Gartenbau zu. Die meisten Agrarprodukte werden direkt auf den lokalen Märkten angeboten und kaum exportiert.

Baumwolle

Baumwolle ist in Usbekistan ein allgegenwärtiges Thema und das wichtigste Agrarprodukt des Landes. Sie ist ein so zentrales Element der Kultur Usbekistans, dass man sie sogar auf dem Wappen des Landes findet. Es gibt Springbrunnen in Form einer Baumwollkapsel, Hochhäuser und Mauern mit stilisierten Baumwolldarstellungen. Neben dem Anbau von Baumwolle für den Export wird auch Baumwollsamenöl hergestellt, das in der Küche Usbekistans häufig verwendet wird.

Die Baumwollernte 2008 betrug in etwa 3,6 Mio. Tonnen Rohbaumwolle. Usbekistan war mit 1,1 Mio. Tonnen hochwertiger Baumwolle auf dem sechsten Platz der weltgrößten Baumwollproduzenten. Im Jahr 2009 betrug die Baumwollernte nur noch etwa 3,4 Mio. Tonnen Rohbaumwolle, was überwiegend damit zu tun hat, dass Teile der Anbauflächen jetzt für andere landwirtschaftliche Produkte genutzt werden.

Die überwiegend in staatlicher Hand befindliche usbekische Baumwollproduktion beruht zum Teil auf Kinderarbeit und zwangsweise einberufenen Studenten. Usbekistan erließ 2008 ein Verbot, Kinder auf den Baumwollfeldern einzusetzen. Dies geschah auf Druck internationaler Unternehmen der Bekleidungsindustrie, wie u. a. Wal-Mart, Tesco, Gap Inc., H&M und C&A. Beobachtern zufolge kommt es dennoch immer wieder in vielen Teilen des Landes zum Einsatz von Kindern bei der Ernte.

Seidenherstellung

In und um Margilan liegt das Zentrum der usbekischen Seidenherstellung. Entlang von Bächen und Kanälen finden sich Maulbeerbäume, welche die Nahrungsgrundlage für die Seidenraupe sind. Die Seidenfäden werden zu Stoffen verarbeitet und teilweise exportiert.

Bergbau

Usbekistan ist reich an Bodenschätzen wie Erdgas, Gold, Kupfer und Uran. Weitere wichtige Bodenschätze sind Silber, Blei, Zink, Wolfram, Molybdän und Kaolin.

Viele der Rohstoffe werden bisher kaum abgebaut.

Erdgas

An der Förderung von Erdgas in Usbekistan ist eine Vielzahl internationaler Unternehmen beteiligt. Nahezu alle Investitionen erfolgen in Kooperation mit der usbekischen Holdinggesellschaft Usbekneftegas, die sich in staatlicher Hand befindet.

Die Erschließung der Erdgasförderung in der Region Buchara – Chiwa läuft in Zusammenarbeit mit Lukoil Overseas seit 2004 und wird vermutlich 2008 abgeschlossen. Die Förderung hat eine geplante Laufzeit von 35 Jahren. Die Vorkommen sind geologisch auf ungefähr 283 Mrd. m³ geschätzt. Die Förderung im Ustjurt-Plateau wurde in Zusammenarbeit mit Zarubezhneftegaz, einer Tochtergesellschaft von Gazprom, und der schweizerischen Gas Project Development Central Asia AG, Gazprom hat hier ebenfalls 50 % Anteil, 2004 wieder aufgenommen und soll bis 2017 die vorhandenen etwa 8 Mrd. m³ Erdgas fördern. Sinopec, eine chinesische Gesellschaft, plant bis 2010 Investitionen in bestehende Fördergebiete und auch in die Erkundung neuer Fördergebiete in den Regionen Andijon und Namangan, sowie Buchara, Chiwa und Ustjurt. Die schweizerische Zeromax GmbH ist an der Erschließung und Nutzung der neuen Gaslagerstätten in der Region Buchara – Chiwa, sowie an den Erkundungen in der Region Tandyrtschi beteiligt. Die Erkundung der Vorkommen im Aralseebecken wird durch ein Konsortium aus Lukoil Overseas (russisch), Petronas Carigali Overseas (malaysisch), CNPC International Ltd. (chinesisch) und KNOC Aral Ltd. (koreanisch) vorgenommen. Ein entsprechendes Abkommen wurde Ende 2006 ausgehandelt.

Ende Juni 2008 begann der Bau einer Gaspipeline von der Region Buchara bis nach China. Partner auf chinesischer Seite ist CNPC. Die Baukosten des ersten Teilabschnitts mit einer Länge von 500 Kilometern sollen etwa zwei Mrd. US-Dollar betragen. Die beiden Linien sollen Ende 2009 und im Jahr 2011 fertiggestellt werden.

Erdöl

Die Erdölförderung in Usbekistan ist weit weniger bedeutend als die Erdgasförderung. Bei einer Produktion von etwa 100.000 Barrel pro Tag und einem Verbrauch von über 150.000 Barrel pro Tag, muss Usbekistan, trotz seiner nachgewiesenen Vorkommen von 600 Millionen Barrel Rohöl, netto Öl importieren.

Metalle

Metallverhüttung ist in den Bergbauregionen Angren und Olmaliq angesiedelt. Der Goldexport bringt derzeit noch wesentlich höhere Deviseneinnahmen als der Erdgasexport.

Usbekistan ist derzeit der weltweit fünftgrößte Produzent des radioaktiven Metalls Uran. Da es keinerlei Bedarf an Uran im Inland gibt ist die komplette Produktion zum Export bestimmt. Die Reserven werden auf 186.000 Tonnen geschätzt, bei einer derzeitigen Förderrate von 1.500 Tonnen pro Jahr. Seit 2007 läuft ein fünfjähriges Investitionsprogramm, das den jährlichen Ausstoß um etwa 150% auf 3.500 Tonnen pro Jahr vergrößern soll. Dazu werden alte Minen wiedereröffnet, neue Lagerstätten erschlossen und bestehende modernisiert.

Industrie

In Asaka im Ferganatal produziert Uz-DaewooAvto jährlich etwa 190.000 Kleinwagen (Stand: 2009) der Typen Daewoo Matiz, Daewoo Nexia und Damas für den zentralasiatischen Markt. Uz-Daewoo war ehemals ein Joint-Venture von UzAvtoprom mit dem südkoreanischen Automobilhersteller GM Daewoo, ist aber seit der finanziellen Krise von Daewoo 1998 komplett in usbekischer Hand. Seit Oktober 2007 ist General Motors ein Joint Venture mit UzAvtoprom unter dem Namen GM Daewoo Auto & Technology Uzbekistan eingegangen (siehe: GM Uzbekistan). Im Februar 2008 wurden weitere Vereinbarungen unterzeichnet, wobei GM 25% des Joint Ventures hält. Im Werk von UzAvtoSanoat werden bereits die Modelle Chevrolet Captiva, Epica und Tacuma hergestellt. GM unterstützt UzAvtoSanoat durch sein Händlernetz, Autos der Marke Chevrolet, die in Usbekistan produziert wurden, in den Staaten der GUS zu verkaufen. Mit geplanten 5.000 Mitarbeitern sollen jährlich 250.000 Autos der Typen Chevrolet Captiva, Chevrolet Epica, Chevrolet Lacetti und Tacuma hergestellt werden.

In Taschkent findet die Produktion der Militärtransportflugzeuge Il-76 und der Passagierflugzeuge IL-114 statt, Russland ist aber bestrebt die Produktion nach Uljanowsk zu verlegen.

Weiterer Maschinenbau steht meist in Zusammenhang mit der Landwirtschaft, insbesondere der Herstellung von Baumwollprodukten.

Tourismus

Der Tourismus in Usbekistan befindet sich noch im Aufbau. Die Infrastruktur entspricht vielfach nicht den Ansprüchen eines international ausgerichteten Tourismus. Seit einigen Jahren entstehen allerdings immer mehr private Pensionen, die heute eine gewisse Konkurrenz zu den alten Hotels aus sowjetischen Zeiten darstellen. Derzeit ist der meiste Tourismus entlang der Seidenstraße zu finden, die das Land in fast der gesamten Länge durchzieht. Beliebte Reiseziele sind die antiken Städte Samarkand, Buchara und Xiva. Optimale Reisezeiten sind Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober), da der Sommer zu heiß ist. Im Chatkal-Nationalpark ist zudem Wintersport in Form von Heliskiing möglich. Zentren des inländischen Tourismus sind u. a. Chimgon und Berldersoy, die als leicht erreichbares Erholungsgebiet für die Bevölkerung Taschkents dienen.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 10,48 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 10,54 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 0,2 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2009 2,9 Mrd. US-Dollar oder 9,6 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Infrastruktur

Verkehr

Usbekistan verfügt im Vergleich zu seinen Nachbarn über eine relativ gute Infrastruktur, wenn auch die geographische Lage als „doppelter Binnenstaat“ durch den mangelnden Zugang zum Meer Restriktionen auf den Güterverkehr setzt.

Die Eisenbahn dominiert den Verkehr. Das Schienennetz wurde seit 1991 um rund 500 km auf eine Länge von etwa 3.950 km (Stand: 2007) erweitert. Die neu gebauten Strecken waren vielfach nötig, um Transitfahrten durch Nachbarstaaten zu vermeiden. Der Großteil des Schienennetzes ist eingleisig und wird erst in der Zukunft erweitert werden. Seit 2003 verkehrt zwischen Taschkent und Samarkand der Registon mit einer Fahrtzeit von 3 Stunden und 40 Minuten und seit 2005 der Sharq zwischen Taschkent und Kogon (nahe Buchara) mit einer Fahrtzeit von 7 Stunden. Daneben gibt es noch einen weiteren Zug mit westlichen Standards, den Zug 49/50 als tägliche Tagesrandverbindung Samarkand – Taschkent – Samarkand. Die Strecken um Taschkent, also im wesentlichen nach Samarkand und in das benachbarte Kasachstan, wurden mit Einführung der neuen Züge elektrifiziert. Taschkent besitzt zudem seit 1977, als einzige Stadt in Zentralasien, eine U-Bahn mit einem 39 km umfassenden Netz (Stand: 2007).

Die Länge des Straßennetzes beträgt über 81.600 km, wovon 71.237 km mit festem Fahrbahnbelag ausgestattet sind (Stand: 2007). Von herausragender Bedeutung ist die Strecke Taschkent–Samarkand–Buchara–Urganch-Nukus entlang der alten Seidenstraße. Die Autobahn M-39 (Almaty, Kasachstan-Taschkent-Samarkand-Termez) führt in einem Abschnitt zwischen Taschkent und Samarkand durch kasachisches Gebiet und muss daher für den Transit zwischen beiden Städten umfahren werden. Die Autobahn M-37 verbindet Samarkand mit Buchara und führt weiter nach Aschgabat in Turkmenistan. Zwischen Buchara und Urganch führt eine nicht richtungsgetrennte Hauptstraße (A-380) durch die Wüste. Diese Strecke ist mit Ausnahme des Teilabschnittes Buchara-Urganch Teil der Europastraße 40 (letzteres zwischen Buchara und Urganch durch turkmenisches Gebiet), die auch zwischen dem Kaspischen Meer und Aralsee nordwestlich aus dem Land hinaus nach Kasachstan führt, dort aber nur als „unbefestigte Piste“ vorhanden ist. Weitere Autobahnen auf usbekischem Gebiet sind die M-34 von Taschkent über Guliston nach Duschanbe in Tadschikistan, die M-41 von Termez über Duschanbe ins kirgisische Gebiet.

1.100 km der Wasserwege sind schiffbar. Die starken Wasserentnahmen aus dem Amudarja schränken den Schiffsverkehr jedoch stark ein. Der einzige nennenswerte Hafen befindet sich in Termiz.

Usbekistan besitzt eine staatliche Fluggesellschaft Uzbekistan Airways (usbek. Oʻzbekiston havo yoʻllari), welche sowohl Binnenflüge wie auch internationale Flüge, so unter anderem nach Frankfurt anbietet. Taschkent verfügt über einen internationalen Flughafen. Auch Nukus, Urganch, Samarkand und Buchara werden von Moskau aus angeflogen.

Energieversorgung

Die Stromversorgung in Usbekistan erfolgt mit den auch in Europa üblichen 220 Volt Netzspannung und 50 Hz Netzfrequenz. Produziert wird der Strom in Kohle-, Gas- und Wasserkraftwerken. Die Chorvoq-Talsperre liefert beispielsweise einen Teil des Stromes für Taschkent und Chirchiq.

In weiten Teilen Taschkents existiert ein Fernwärmenetz, welches die Versorgung mit Heißwasser sichert. Viele Haushalte sind zudem an das Gasnetz angeschlossen.

Die Energieversorgung gilt in den Städten als zuverlässig, nicht jedoch auf dem Land. Es kommt dort häufiger zu Stromausfällen.

Telekommunikation und Post

Das Telekommunikationsnetz stammt zu weiten Teilen noch aus sowjetischer Zeit und bedarf somit dringender Modernisierung. Die staatliche Telefongesellschaft Uzbektelecom hat zur Modernisierung des Netzes einen Kredit der japanischen Regierung über 110 Mio. USD in Anspruch genommen. Zu den etwa 1,821 Mio. Telefonanschlüssen (Stand: 2007) kommen 12,65 Mio. Mobilfunkanschlüsse (Stand: Januar 2009). Es gibt fünf Mobilfunkprovider: Die usbekischen Firmen UCell (ehemals Coscom), Uzmobile und Perfectum Mobile, sowie die russischen Unternehmen Mobile TeleSystems (MTS) und VimpelCom mit dem Markennamen Beeline (ehemals Unitel). Ein landesweiter Ausbau des GSM-Netzes steht allerdings noch aus, UCell hat hierzu im November 2007 einen Vertrag mit Nokia Siemens Networks abgeschlossen. Die Mobilfunkbetreiber planen 2009 etwa 200 Mio. USD in den Netzaufbau von UMTS und WiMAX und in Modernisierung der Netze zu investieren. Ende 2008 soll UMTS in Taschkent in den Regelbetrieb gehen.

Usbekistan ist mit Überland- und Funkleitungen über Kasachstan und Russland an internationale Netze angeschlossen. Derzeit befindet sich das Trans-Asia-Europe-Glasfasernetz (TAE) im Aufbau, das sich an der Seidenstraße orientierend von Frankfurt (Main) bis nach Shanghai erstreckt.

Bisher gibt es in Usbekistan nur knapp 38.200 Internetanschlüsse (Stand: 2008). Die Internetanschlüsse sind derzeit für große Teile der Bevölkerung noch kaum erschwinglich. So kostet ein ADSL-Anschluss mit 1 MBit/s Datenübertragungsrate und 2 GB Traffic etwa 40 USD pro Monat. Viele Usbeken sind daher auf die Nutzung von Internetcafés angewiesen und so erreicht die Zahl der Internetnutzer 2.460.000 Personen (Stand: Januar 2009). Die derzeitigen Engpässe bei der internationalen Anbindung machen sich auch bei der Nutzung von Internet in Usbekistan bemerkbar.

Die usbekische Post ist kaum mit der Post in Europa vergleichbar. Eine Zustellung bis an den privaten Briefkasten erfolgt in der Regel nicht. Allerdings kann die Post problemlos in alle Welt verschickt werden. Eine Briefsendung nach Deutschland benötigt in der Regel zwischen einer und drei Wochen. Die usbekischen Briefmarken sind meist äußerst liebevoll mit Motiven aus Kultur und Tierreich gestaltet.

Kultur

Im Unterschied zu den Bevölkerungen in den Nachbarländern Kasachstan, Kirgisistan und Turkmenistan, die bis heute im Nomadentum wurzeln und lange nur oberflächlich islamisiert waren, war die Region des heutigen Usbekistan schon seit dem frühen Mittelalter ein Kerngebiet islamischer Kultur. Wesentlich dafür war die hochentwickelte, persisch geprägte Stadtkultur. Insbesondere die alten Zentren in der heutigen Landesmitte, Buchara und Samarkand, haben kulturell eine außergewöhnliche Geschichte. Sie brachten viele bedeutende Philosophen, Wissenschaftler und Theologen hervor. Die berühmtesten sind:

Die Sprache und Kultur Persiens wird noch heute von vielen Menschen im Umkreis dieser Städte gepflegt, während sich die Staatssprache Usbekisch aus osttürkischen Idiomen entwickelte. Der größte Dichter des Landes, Mir Ali Sher Nava’i im 15. Jahrhundert, stammte aus Herat und hat auf Tschagataiisch und Persisch gedichtet.

Zu den ältesten und wichtigsten kulturellen Überlieferungen des Landes gehört das traditionelle indoiranische Neujahrsfest Nouruz (usbek. Navroʻz), das im Frühling feierlich begangen wird. Navroʻz ist ein gesetzlicher Feiertag.

Medien

In Usbekistan erscheinen drei national verbreitete Tageszeitungen, darunter die turkmenischsprachige Khalk suzi und die russischsprachige Prawda Wostoka (russ. Правда Востока). Der Anteil der Tageszeitungsleser beträgt etwa drei Leser pro 1000 Einwohner. Das Fernsehen ist staatlich, es werden zwei Programme ausgestrahlt.

Der staatliche Rundfunksender UzTV besteht aus vier Fernsehkanälen, wovon drei landesweit übertragen werden. Die private Fernsehgesellschaft Kamalak-TV ist für die Übertragung ausländischer Fernsehsender zuständig, bietet aber auch eigene Sender an. Seit September 2008 werden in Taschkent die Programme auch über DVB-T verbreitet. Für die Zukunft ist ein landesweiter Ausbau von DVB-T und DVB-H geplant.

Neben den staatlichen Radiosendern haben sich Mitte der 90er-Jahre auch einige private Sender etablieren können. Der Sendebetrieb findet ausschließlich auf dem FM-Band statt.

In der Rangliste der Pressefreiheit 2009 von Reporter ohne Grenzen rangiert Usbekistan auf Platz 160 von 175 Ländern.

Küche

Die usbekische Küche ist sehr abwechslungsreich, so zählt sie mehr als tausend Gerichte und das obwohl sie unter dem Einfluss der allgemeinen Landwirtschaft steht. Typisch für die Usbekische Küche sind Suppen wie Shoʻrva und Naryn, dem Bachor (Salat), den Hauptgerichten Plov oder Manti als auch Lagʻmon – was sowohl als Hauptgericht als auch als Nachspeise gereicht wird – und Halva. Ganzjährig wird vor allem grüner Tee (koʻk choy) in Teehäusern, den sogenannten Choyxonas, getrunken. Im Sommer dagegen werden Ayron, ein gekühlter Joghurt, und Fruchtsäfte bevorzugt. Alkoholische Getränke finden im Allgemeinen keinen großen Zuspruch, außer Wein, von dem, für ein überwiegend muslimisch bevölkertes Land, ausgesprochen viel getrunken wird.

Die Geschichte der usbekischen Küche, bzw. die Herkunft der verschiedenen usbekischen Gerichte, lässt sich teilweise mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen. Daher lassen sich die, auch noch heute üblichen, traditionellen Rituale beim Zubereiten der Speisen erklären. Heute, wie auch vor mehreren Jahrhunderten, ist die usbekische Küche – auf Grund ihrer Lage, Sprache, Kultur und ihrer Religion – eng mit der orientalischen Küche und der anderer turksprachiger Länder verbunden.

Literatur

  • Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte: Usbekistan. Paderborn, München, Wien, Zürich, Ferdinand Schöningh 2009, ISBN 978-3-506-76880-3, Download 10 MB [
  • James Critchlow: Nationalism in Uzbekistan: a Soviet republic’s road to sovereignty. – Boulder [u. a.] : Westview Press, 1991.
  • Julia M. Eckert: Das unbhängige Usbekistan: auf dem Weg von Marx zu Timur: politische Strategien der Konfliktregelung in einem Vielvölkerstaat. – Münster: Lit, 1996. (Berliner Studien zur Internationalen Politik ; 1)
  • Jürgen Nowak: Die ethnopolitische Situation Usbekistans. – Köln: Bundesinst. für Ostwiss. und Internat. Studien, 1995. (Berichte des Bundesinstituts für Ostwissenschaftliche und Internationale Studien ; 1995,30)
  • Resul Yalcin: The rebirth of Uzbekistan: politics, economy and society in the post-Soviet era. 1. ed. – Reading [u. a.] : Garnet [u. a.], 2002.
  • Judith Peltz: Usbekistan entdecken. Entlang der Seidenstraße nach Samarkand, Buchara und Chiwa. Trescher Verlag, Berlin 2005 (4. Auflage), ISBN 3-89794-077-9.
  • Britta Wollenweber, Peter Franke: Usbekistan – Land zwischen Orient und Okzident. Der Reiseführer für den Hintergrund. Wostok Verlag, Juli 2007 (2. Auflage), ISBN 3-932916-34-4
Dieser Artikel basiert auf dem Bericht Usbekistan
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Asien-Asia

Asien ist mit rund 44,6145 Mio. km² der größte Kontinent und Teil Eurasiens. Es umfasst etwa ein Drittel der Landmasse der Erde. In Asien leben mit etwa 4 Milliarden Menschen (Asiaten) etwa 60 % der Weltbevölkerung. Das Wort Asien (Asia) stammt aus dem Assyrischen und bedeutet Sonnenaufgang. Es entspricht also dem lateinischen Wort Orient oder dem deutschen Morgenland. So stellte in der Antike das Gebiet Kleinasiens die römische Provinz “Asia” dar

Die kontinentale Landmasse liegt ganz in der östlichen Hemisphäre und nördlich des Äquators mit Ausnahme der Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien, die östlich der Datumsgrenze liegt, und den südöstlichsten Inseln im Indonesischen Archipel, die sich auf der Südhalbkugel der Erde befinden. Asien ist der größte Kontinent der Erde. Mit ca. 44,614 Millionen Quadratkilometer Fläche (ohne Russland 31,7 Millionen Quadratkilometer) umfasst er rund ein Drittel der gesamten Landmasse. Gemeinsam mit Europa wird Asien auch als Teil des Großkontinents Eurasien betrachtet.

Regionen:

Ostasien
Nordasien
Zentralasien
Vorderasien (Westasien)
Südasien
Südostasien
Ausdehnung
Asien wird im Norden vom Arktischen Ozean, im Osten vom Pazifischen Ozean und im Süden vom Indischen Ozean begrenzt.

Im Westen wird die Grenze zu Europa von Nord nach Süd durch das Ural-Gebirge, den Ural-Fluss, das Kaspische Meer bzw. die Manytschniederung, den Kaukasus, die Südküste des Schwarzen Meeres, sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen gebildet. Von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer ist diese Grenze rund 2.700 km lang. Mit Afrika ist Asien nördlich des Roten Meeres über die Halbinsel Sinai (Landenge von Sues, 145 km breit) verbunden.

Im Nordosten liegen die Festlandmassen von Asien und Nordamerika an der Beringstraße etwas mehr als 80 km voneinander entfernt.

Im Südosten bildet der indonesische Archipel die Verbindung zu Australien.

Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon entfallen auf den Arktischen Ozean 15.900 km, auf den Pazifischen Ozean 27.300 km, auf den Indischen Ozean 33.600 km und auf das Mittelmeer und das Schwarze Meer zusammen rund 5.500 km.

  • Der geografische Mittelpunkt Asiens liegt nach Berechnung des britischen Geografen Douglas Carruthers[2] aus dem frühen 20. Jahrhundert bei Kysyl in der autonomen russischen Republik Tuwa in Südsibirien am Zusammenfluss von großem und kleinem Jenissei.
  • Nördlichster Punkt der Landmasse ist das Kap Tscheljuskin (77° 40′ n. Br.) auf der Taimyr-Halbinsel in Sibirien.
  • Südlichster Punkt der Landmasse ist der Bundesstaat Johor an der Spitze der Malaiischen Halbinsel, die südöstlichsten Inseln im Indonesischen Archipel befinden sich sogar auf der Südhalbkugel der Erde.
  • Westlichster Punkt ist das Kap Baba in Kleinasien (26° 4′ östl. L.,)
  • Östlichster Punkt ist auf Kap Deschnjow (169° 44′ westl. L.) auf der Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien.

Der riesigen Landmasse sind zahlreiche größere Inseln und Halbinseln vorgelagert.

Flüsse und Seen

Flüsse

Flüsse, die in das Polarmeer münden

Die wichtigsten Flüsse in Sibirien verlaufen von Süden nach Norden in den Arktischen Ozean. Dies erschwerte die Erschließung von Sibirien, da keine West-Ost Verbindung auf dem Wasser möglich ist und die Flüsse nur im Sommer schiffbar sind. Trotzdem besitzen die Flüsse eine große wirtschaftliche Bedeutung zur Versorgung der nördlich der Transsibirischen Eisenbahn gelegenen Gebiete. Von West nach Ost sind die wichtigsten Flüsse Sibiriens: Ob, Jenissei, Lena und Kolyma.

Der Ob entsteht durch die Vereinigung der beiden Flüsse Bija und Katun im südsibirischen Gebirge nahe der Stadt Bijsk. Der 3.650 km lange Strom fließt im Westsibirischen Tiefland entlang des Urals. Sein Mündungsbereich, der Obbusen, ist ein 1000 km langes und bis zu 60 km breites Ästuar.

Die Quellen des Jenissei liegen im Sajangebirge in Tuwa. Der Große Jenissei (605 km lang) und der Kleine Jenissei (680 km lang) vereinigen sich am Ostrand der Stadt Kysyl zum Jenissei. Dann fließt der Jenissei an den Großstädten Abakan, Krasnojarsk vorbei, vereinigt sich mit dem Abfluss des Baikalsee, der Angara und fließt am wichtigen Hafen Dudinka vorbei in die Karasee. Der Fluss besitzt eine Länge von 4.092 km, Ein Einzugsgebiet von 2.554.482 km² und führt etwa 19.600 m³ Wasser pro Sekunde an der Mündung und gilt damit als der wasserreichste Fluss Sibiriens.

Die Lena gehört mit einer Länge von über 4.400 km zu den längsten Flüssen der Erde. Die Flussquelle liegt nur wenige Kilometer vom Baikalsee entfernt, trotzdem mündet der Fluss tausende Kilometer vom Jenissei entfernt in die Laptewsee. Das Einzugsgebiet der Lena beträgt 2.460.000 km² und führt zu einer Wassermenge von etwa 16.440 m³ Wasser pro Sekunde (Jahresdurchschnitt 1994) an der Mündung.

Der letzte der vier großen Flüsse ist die Kolyma mit einer Länge von 2.513 km. und einem Einzugsgebiet von 526.000 km² und führt zu einer Wassermenge etwa 2.728 m³ Wasser pro Sekunde (Jahresdurchschnitt 1994) an der Mündung. Im Kolymagebirge und dem dort befindlichen Ufer der Kolyma wurde bis ins Jahr 1987 nach Gold geschürft. Die Arbeiter waren zumeist Verbrecher, wie auch Strafgefangene des Zweiten Weltkriegs.

Flüsse, die in den Pazifik münden

Der Amur ist 2.824 km langer Strom in China und Russland, der in den nördlichen Pazifik mündet. Der Fluss entsteht rund 65 km westlich von Mohe durch den Zusammenfluss des Argun und der Schilka. Der Amur ist der Grenzfluss von Russland und China.

Der Gelbe Fluss, auf chinesisch Huang He (alte deutsche Schreibung Hoangho) bezeichnet, ist ein Fluss im Norden der Volksrepublik China und besitzt eine Länge von 5.464 km. Somit ist er Chinas zweitlängster Fluss. Sein Einzugsgebiet beträgt 945.065 km². Die Quelle des Gelben Flusses liegt im Hochland von Tibet, etwa 200 km nördlich der halben Luftlinie zwischen Lhasa und Xining.

Der Jangtse ist mit einer Länge von 6.380 km der längste Fluss Asiens und nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Strom der Welt. 2.800 km können mit Schiffen befahren werden. Der Jangtse besitzt ein Einzugsgebiet von 1.722.155 km² und führt an der Mündung etwa 31.900 m³ Wasser pro Sekunde. Die Quelle des Flusses liegt auf 5.405 m Höhe im tibetischen Tangula Shan und sein Mündungsgebiet in der Nähe der Stadt Shanghai. Auf seinem Weg passiert er zahlreiche Schluchten und Großstädten. Die „Drei Schluchten“ mit dem lange Zeit umstrittenen Drei-Schluchten-Damm sind davon die berühmtesten. Die wichtigsten Großstädte sind Panzhihua, Yibin, Luzhou, Chongqing, Yichang, Jiangling, Shishou, Yueyang, Xianning, Wuhan, Ezhou, Huangshi, Jiujiang, Anqing, Tongling, Wuhu, Ma’anshan, Nanjing, Yangzhou, Zhenjiang und Nantong

Der Mekong ist ein Fluss in Südostasien. Weder seine Quelle noch seine Länge wurde bisher genau bestimmt. Die Angaben zu seiner Länge variiert von 4.350 km bis zu 4.909 km. Ein einzigartiges Naturphänomen kann beim See Tonle Sap jedes Jahr im Juni beobachtet werden. Der Mekong führt im Juni auf Grund der Monsunregenfälle und durch das Schmelzwasser aus dem Himalaya bis zu vier mal mehr Wasser als in den trockenen Monaten. Dadurch drängt das Wasser des Mekong in den Tonle-Sap-Fluss, und dieser wechselt die Fließrichtung. Die Wassermassen drängen zurück in das Becken des Tonle Sap und füllen den See. Der See Tonle Sap bildet gemeinsam mit den Flüssen Tonle Sap, Mekong und Bassac ein einzigartiges Ökosystem das nicht nur den Artenreichtum (rund 300 Fischarten, Vögel, …) im Wasser und im Umland ermöglichte sondern auch entscheidend für die Entwicklung der in diesem Gebiet ansässigen Menschen und ihrer Khmer- Kultur war mit der bekannten Tempelanlage von Angkor.

Flüsse, die in den Indischen Ozean münden

Der 2.092 km lange Ayeyarwady (Irawadi) ist ein Fluss bzw. Strom in Südostasien. Er entspringt im äußersten Südosten Tibets und mündet 150 bis 180 km südwestlich von Rangun, einer Stadt in Myanmar, in einem etwa 40.000 km² großes Mündungsdelta, das vor allem als Reisanbaugebiet genutzt und durch die Sedimentablagerungen pro Jahr bis zu 60 m in die Andamanensee hinausgeschoben wird.

Der Fluss Ganges hat eine Länge von 2.511 km. Er fließt durch Indien und Bangladesch. Nach Durchfließen eines gewaltigen Mündungsdeltas, mündet er, wie auch der 2998 km lange Brahmaputra in den Golf von Bengalen und damit in den Indischen Ozean. Er entspringt im Südwesten des Himalayagebirges und wird von den Hindus als heiliger Fluss verehrt.

Der Indus ist mit 3.180 km der längste Fluss auf dem indischen Subkontinent und wichtigster Strom Pakistans. Er entsteht in Tibet und mündet in das Arabische Meer. Die Bezeichnung für das Land Indien wurde von dem Namen dieses Flusses abgeleitet.

Das Gebiet um die Flüsse Euphrat und Tigris in Südost-Anatolien (Türkei), Syrien und im Irak wird als Zweistromland oder auch Mesopotamien bezeichnet. Der Euphrat entspringt im armenischen Hochland im Ostens der Türkei, durchfließt Syrien und den Irak in südöstlicher Richtung und vereinigt sich dort mit dem Tigris zum Schatt al-Arab, der in den Persischen Golf mündet. Der Euphrat ist der größte Strom Vorderasiens und besitzt eine Länge von 2.736 km, der Tigris eine Länge von 1.899 km.

Seen

Abflusslose Seen

Der Aralsee ist ein abflussloser Salzsee, der je zur Hälfte in Kasachstan und in Usbekistan liegt. Er liegt in Zentralasien inmitten von großen Wüsten und Steppen. Der Aralsee war einst mit etwa 66.900 km² der viertgrößte See der Welt. Seit einigen Jahrzehnten erreicht aber nur noch wenig Wasser vom Dach der Welt über die Flüsse Amudarja (usbekisch: Amudaryo) und Syr-Darja den See, da es abgezweigt wird, um aus den Wüsten Äcker zu machen.

Der Balchaschsee, was zu Deutsch „Sumpf-See“ heißt, ist ein abflussloser See, der in der wüstenhaften Steppe des östlichen Kasachstans (Asien) liegt. Der bis zu 18.428 km² große See liegt in einem Becken zwischen der Kasachischen Schwelle und dem Siebenstromland.

Das Tote Meer bildet einen rund 600 km² großen, abflusslosen Salzsee, der in einer Depression liegt. Diese ist Teil des Jordangrabens, der die nördliche Fortsetzung des so genannten Großen Afrikanischen Grabenbruchs darstellt.

Der Yssykköl in Kirgisistan (Zentralasien) ist nach dem südamerikanischen Titicaca-See mit 6.236 km² Fläche der zweitgrößte Gebirgssee der Erde.

Der Vansee ist der größte See der Türkei und liegt im äußersten Osten des Landes. Das Wasser des Sees ist stark alkalisch, da der einstige Abfluss des Sees durch den Vulkan Nemrut (am Westufer) versperrt wurde.

Der Urmia-See, wurde zur Zeit der Pahlavi-Dynastie Rizaiyeh-See genannt, ist der größte Binnensee des Iran. Sein Wasserspiegel liegt auf 1.280 m über dem Meer. Der Salzgehalt beträgt 30 %, also etwa auf dem Niveau des Toten Meeres, und erlaubt damit weder Tiere noch Pflanzenwachstum. Der See hat keinen Abfluss.

Der Qinghai Hu ist einer der größten Salzseen der Erde. Der See befindet sich in der chinesischen Provinz Qinghai. Er liegt 3195 m über dem Meeresspiegel und hat eine Fläche von 5694 km². Seit 1959 ist der Wasserspiegel des Sees ständig gefallen. Durch diesen Vorgang haben sich vorher zum See gehörende Wasserflächen zu eigenständigen Seen entwickelt, weil die Verbindungen zum Qinghai-See trockengefallen sind.

Der See Genezareth liegt in Nordisrael im nördlichen Jordangraben, der die nördliche Fortsetzung des Großen Afrikanischen Grabenbruchs darstellt. Der See ist mit 212 m unter dem Meeresspiegel zwar der tiefstgelegene Süßwassersee der Erde; andere Süßwasserseen sind aber wesentlich tiefer (siehe Baikalsee). Er ist – je nach Wasserstand – bis zu 21 km lang, an seiner breitesten Stelle 12 km breit, seine Wasserfläche beträgt 165 km², sein Umfang 53 km und an der tiefsten Stelle misst er 46 m. Sein Abfluss, der Jordan, mündet in das Tote Meer.

Seen mit Verbindung zu den Ozeanen

Der Baikalsee ist der volumenmäßig größte, tiefste und älteste Süßwassersee der Erde. Der einzige Abfluss des Sees, die Angara mündet in den Jenissei.

Das Kaspische Meer ist der flächenmäßig größte See der Erde und liegt in der großen Aral-Kaspi-Senke. Das Kaspische Meer besitzt heutzutage keine natürliche Verbindung zu den Ozeanen mehr. Über die Wolga, den Wolga-Don-Kanal und den Don besteht aber eine schiffbare Verbindung zum Asowschen Meer und damit auch zum Schwarzen Meer und Mittelmeer sowie zum Atlantik. Deswegen ist es ein See und trägt die Bezeichnung „Meer“ nur aufgrund seiner enormen Größe.

Der 4.560 km² große Taimyrsee ist ein See der sich im bis zu 1.500 m hohen Byrrangagebirges auf der Taimyr-Halbinsel, äußersten Norden von Russland (Asien) befindet. Er liegt knapp 900 km nördlich des Polarkreises. Er wird von der Taimyra durchflossen, die in die Karasee mündet.

Der Chankasee ist einer der größten Seen in Asien. Er liegt im Grenzgebiet zwischen China und dem östlichen Sibirien. Der See hat eine Länge von etwa 80 Kilometern und eine Fläche von annähernd 4400 km². Der Grenzfluss Tura fungiert als Zulauf, der Fluss Sungatschi als Abfluss.

Der Chöwsgöl Nuur liegt im Nordwesten der Mongolei, nur wenige Kilometer südlich der russischen Grenze am Südost-Ende des Ostsajans. Der See ist 136 km lang, zwischen 20 und 40 km breit und maximal 262 m tief. Sein mittlerer Wasserspiegel liegt auf 1.624 m. Der Abfluss vom Chöwsgöl Nuur befindet sich am Südende und verläuft in Richtung Südosten über den Egiin Gol und Uur zur Selenga, welche in den Baikalsee mündet.

Mit 2.315 km² ist der Hulun Nur der größte See der Inneren Mongolei und der fünftgrößte Chinas. Der – je nach Niederschlagsmenge – nur bis 6–9 m tiefe See liegt auf einer Höhe von 539 m. Nur bei hohem Wasserpegel im See fließt er in den Fluss Argun ab.

Der Saissansee ist ein See im Osten Kasachstans bei Saissan am Irtysch, welcher sein Hauptzufluss ist. Er liegt süd-südwestlich des Russischen Altai und nördlich des Tarbagatai-Gebirges auf 420 m.

Weitere Seen

Char Us; Dongting Hu; Ngoring Hu; Poyang Hu; Tschanysee

Steppen und Wüsten

  • Wüste Gobi umfasst die Steppe im Süden der Mongolei und im Norden der Inneren Mongolei.
  • Wüste Karakum nimmt etwa 90 % der Fläche Turkmenistans ein und hat eine Größe von über 400.000 km². Die extrem wasserarme Region wird im Süden vom etwa 1445 km langen Karakumkanal durchquert, dem vielleicht aufwändigsten Bewässerungsprojekt aller Zeiten.
  • Wüste Taklamakan ist nach der Rub al-Chali die zweitgrößte Sandwüste der Erde. Sie erstreckt sich in Zentralasien im nordwestchinesischen Teil des Tarim-Beckens bis zu der Straße 218. Östlich dieser Straße liegt die
  • Wüste Lop Nor ein etwa 100.000 km² großes Wüstengebiet, das im östlichen Teil des Tarimbeckens an der tiefsten Stelle liegt.
  • Wüste Thar im Westen Indiens geht auf der pakistanischen Seite in die Cholistan über. Beide Wüstengebiete umfassen zusammen etwa 273.000 km²

Gebirge

Nördlich des indischen Subkontinents erheben sich im Anschluss an den Punjab und die Ebene des Ganges die höchsten Gebirge der Erde in denen alle vierzehn Achttausender liegen.

Im Himalaya befindet sich mit dem Mount Everest (8.848 m) der höchste Gipfel. Im Westen schließt an den Himalaya das Karakorum-Gebirge mit dem zweithöchsten Berg K2 (8.611 m) und weiter südöstlich der Hindukusch (Tirich Mir: 7.699 m) sowie nordwestlich der Pamir (Kongur: 7.649 m) an. Das sich nördlich des Himalaya und des Transhimalaya mit dem „heiligen Berg“ Kailash (6.714 m) erstreckende Hochland von Tibet („Dach der Welt“), die höchstgelegene und größte Hochebene der Erde, wird im Nordwesten vom Kunlun-Shan-Gebirge und im Nordosten vom Qilian Shan umfasst.

Im Norden des Kunlun Shan, jenseits der Wüste Taklamakan und des Tarimbeckens, erhebt sich im Westen das bis zu 7.439 m hohe Tianshan-Gebirge und im Osten der bis zu 4.506 m hohe Altai. Daran anschließend erstrecken sich weitläufige Ebenen, Steppen und Tundren (vgl. Sibirien) bis zum Nordpolarmeer, die von einigen Mittelgebirgen unterbrochen werden, darunter der kasachischen Schwelle (bis 1.566 m), dem mittelsibirischen Bergland (bis 1.701 m), den Jenisseibergen (bis 1.104 m) und im äußersten Nordosten dem ostsibirische Bergland mit seinen Teilgebirgen, an das im Süden das südsibirische Gebirge anschließt. Im Westen bildet der bis zu bis 1.894 m hohe Ural die Begrenzung des westsibirischen Tieflandes und des asiatischen Kontinents.

Weiter südlich, im Südwesten des Kontinents, liegt der Kaukasus (Elbrus: 5.642 m), der verschiedentlich als Teil der innereurasischen Grenze, aber auch als europäisches Gebirge betrachtet wird. Im Norden Kleinasiens, entlang der Küste des Schwarzen Meeres liegt das pontische Gebirge, im Westen der 2.542 m hohe Uludağ und im Osten der 5.137 m hohe Ararat. Östlich von Mesopotamien, dem Zweistromland von Euphrat und Tigris, erhebt sich das bis zu mehr als 4.500 m hohe Zagros-Gebirge. Daran anschließend liegt im Nordosten, zwischen Kaspischem Meer und Iranischem Hochland, das Elburs-Gebirge (Damavand: 5.671 m).

In Ostasien befinden sich einige weitere kleinere Gebirgszüge wie etwa das Changbai-Gebirge an der Grenze zwischen China und Nordkorea (Paektu-san: 2.750 m), die Huang-Shan-Berge (Lotosblütengipfel: 1.841 m) in der chinesischen Provinz Anhui und die Karst-Gipfel nahe der Stadt Guilin im autonomen Gebiet Guangxi am Li-Fluss. Daoisten gelten fünf und Buddhisten vier als „heilige Berge Chinas“ und sind bedeutende Pilgerorte.

Entlang der Ostküste Südostasiens erstreckt sich von Nord nach Süd die annamitische Küstenkette, im Norden Thailands das Phetchabun-Gebirge und die Khorat-Hochebene und auf der malaiischen Halbinsel die Ausläufer der hinterindischen Zentralkette (Gunung Tahan: 2.187 ). Auf kambodschanischem Gebiet befinden sich das nur rund 600 m hohe Dangrek- und das Kardamom-Gebirge (Phnom Aural: 1.813 m).

Vulkane

Vulkane finden sich in großer Zahl entlang des so genannten „pazifischen Feuerrings“ – in Asien vor allem auf Kamtschatka in Russland, auf Japan, auf den Philippinen und in Indonesien.

Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka liegen allein 160 Vulkane, darunter der 4.750 m hohe Kljutschewskaja Sopka, von denen 28 aktiv sind, sowie zahlreiche Geysire. Auf den Philippinen, deren mehr als 7.000 Inseln fast alle vulkanischen Ursprungs sind, sind heute rund 20 Vulkane aktiv, darunter der Pinatubo (1.486 m) und der Mayon (2.462 m). Unter den rund 240 Vulkanen auf den japanischen Inseln, von denen 40 aktiv sind, nimmt der Fujisan (3.776 m; im Westen oft Fujiyama genannt) eine besondere Position im Glauben (vgl. Shintō) der Menschen ein. Andere Vulkane auf den japanischen Inseln sind unter anderem der Akagi (1.828 m), das Vulkanmassiv des Ontake-san (Kengamine: 3.067 m), der Rishiri (1.721 m) und die Vulkangruppe Bandai.

Weitere Vulkane Asiens sind beispielsweise in der Mongolei, in China, auf der koreanischen Halbinsel, in Vietnam und Myanmar, auf den Andamanen, dem indischen Subkontinent und weiter westlich auf der arabischen Halbinsel, in Iran, Syrien, Georgien und der Türkei zu finden.

Flora und Fauna

Durch die gewaltige Ausdehnung des (Teil-)Kontinentes können hier nur die wichtigsten Vegetationszonen oder Ökozonen genannt werden.

Klimazonen und Landschaftszonen

Von Nord nach Süd können folgende Regionen unterschieden werden.

  • baumlose Tundra nördlich des Polarkreises. Die wichtigsten Tiere für die nomadisch lebenden Bewohner wie diejenigen der Nenzen sind die Rentiere.
  • borealer Nadelwald (Taiga) in Sibirien etwa zwischen Polarkreis und Verlauf der Transsibirischen Eisenbahn. Die vielfältige Fauna hat (historische) Bedeutung für die Jagd, neben Ackerbau und der Viehzucht hat auch die Holznutzung Bedeutung. Hier leben z. B. die seltenen Amurtiger und Amurleoparden.
  • kontinentale Graslandschaften oder Steppen. Als Beispiel für die Nutzung können die neun tuwinischen „Haustiere“ gelten: Rind, Pferd, Rentier, Schaf, Ziege, Kamel, Yak, Hund, Katze.
  • vegetationsarme, felsige Gebirgslandschaften und Wüstenlandschaften. Hochlandklima mit großen Tagestemperaturschwankungen und viel Sonnenschein.
  • tropische Regenwälder nach der Rodung folgt als nächster Zerstörungsschritt häufig der Anbau von Monokulturen wie Palmöl Plantagen, z. B. in Sabah (Malaysia) auf Borneo.
  • tropische Monsungebiete, wie das Mekongdelta: hier dominiert der Reisanbau und als Nutztiere Geflügel und Schweine sowie der Fischfang.

Geschichte

Asien ist die Wiege zahlreicher Kulturen, beispielsweise in Japan, in China, in Indien, in Iran sowie Babylonien und Assyrien in Vorderasien. Alle sogenannten Weltreligionen sind in Asien entstanden.

Asien und Europa verbindet eine Lange Tradition an Kriegen (beispielsweise Alexander der Große, die Perserkriege, die Kreuzzüge, die Einfälle der Hunnen und der Türken) und an Entdeckungsreisen (beispielsweise Sven Hedin).

Asien ist von jeher von Großreichen geprägt und nicht so zersplittert wie Europa. Die chinesische Kultur hat in der Welt, vor allem jedoch in Ostasien, ihre Spuren hinterlassen (Papier, Buchdruck, Kompass, Seide, Porzellan u. v. m.). Aus Indien hat sich der Buddhismus verbreitet. Nordasien (insbesondere Sibirien) blieb lange Zeit nahezu unbesiedelt, erst als sich das Russische Reich weiter ausdehnte, wurden dort größere Städte gegründet. Zentralasien war traditionell die Heimat von Steppenvölkern (Reitervölker), (beispielsweise den Mongolen), die in früheren Zeiten eine Bedrohung für Europa darstellten. Der Nahe Osten ist seit dem 7. Jahrhundert vom Islam geprägt und hat einen stark prägenden Einfluss auf Nordafrika gehabt.

Bevölkerung

In Asien leben rund vier Milliarden Menschen, was etwa 60 % der Erdbevölkerung entspricht. Sowohl in Indien als auch in China leben je über eine Milliarde Menschen. Während vor allem Russland und die Mongolei sehr dünn besiedelt sind, kämpfen andere Länder mit den Auswirkungen ihrer Bevölkerungsexplosion.

Gesundheit

Gesundheit und Lebenserwartung korrelieren mit dem Wohlstand der Nationen. Höherer Lebensstandard bedeutet auch mehr Ressourcen für die eigene wie für die Volksgesundheit.

Die Bewohner von Macau, Singapur, Hongkong und Japan erreichen unter den Asiaten das höchste Durchschnittsalter. Saudi Arabien, Arabische Emirate, Brunei, China, Malaysia, Thailand, Philippinen und Indonesien liegen mit der Lebenserwartung weltweit etwa im Mittel. Die kürzeste Lebenserwartung in Asien haben Menschen in Indien, Bangladesch, Burma, Kambodscha, Laos, Bhutan und Afghanistan.

Malaria ist in Südasien und Südostasien verbreitet. Es gibt noch kein effektives Impfmittel gegen Malaria. Durch Insektensprays könnte die Verbreitung etwas eingedämmt werden, diese sind aber für große Teile der betroffenen Bevölkerung zu teuer.

AIDS ist weit verbreitet. Besonders in Russland, Indien, Nepal, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Vietnam und Malaysia tritt das HI-Virus vermehrt auf. Dagegen sind in Japan, der Mongolei, Sri Lanka, Bangladesch, Bhutan, Afghanistan, Turkmenistan, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Nahen Osten nur relativ wenige Menschen an AIDS erkrankt. Diese Angaben sind aber mit Vorsicht zu genießen, da die HIV-Infektionsrate als Durchschnittswert auf das ganze Land bezogen ist, aber vor allem in den Großstädten gehäuft auftritt.

Wirtschaft

Nach der Einteilung in Nordasien (Russland), Westasien (W), Zentralasien (Z), Südasien (S), Südostasien (SO) und Ostasien (O) ergibt sich folgendes Bild:

  • In Asien gibt es nach Afrika die meisten Entwicklungsländer. Dazu gehören Vietnam (SO), Kambodscha (SO), Laos (SO), Myanmar (SO), Bangladesch (S), Bhutan (S), Nepal (S), Pakistan (S), Afghanistan (S), Tadschikistan (Z), Usbekistan (Z), Kirgisistan (Z), Georgien (W), Armenien (W), Aserbaidschan (W), Jemen (W), die Mongolei(O) sowie (noch) die Volksrepublik China (O) und Indien (S).
  • Zu den ins Industriezeitalter „eingekauften“ Ländern gehören die Erdöl fördernden Staaten Iran (S), Irak (W), Kuwait (W), Saudi-Arabien (W) und Vereinigten Arabischen Emirate (W) (und vielleicht auch bald die erdölreichen Gebiete der ehemaligen Sowjetunion.
  • Als Industrienationen gelten Japan (O), Singapur (SO), die Republik China (O), Südkorea (O), Israel (W), und die beiden an die Volksrepublik China (O) zurückgegebenen Kolonien Hongkong und Macau. Diese Länder zählen heute zu den weltweit führenden Ländern in Bereichen der Hochtechnologie. Auch Malaysia (SO) unternimmt erfolgreich Anstrengungen an die Spitze aufzuschließen.

Industrienationen

Gemessen am Wechselkurs-basierten Bruttoinlandsprodukt ist Japan die größte Volkswirtschaft Asiens und die zweitgrößte weltweit. In Asien folgen die Staaten Japan, China, Südkorea und Indien. Die Wirtschaft Japans war über Jahrzehnte die am stärksten wachsende Volkswirtschaft Asiens. Während Japans wirtschaftliche Lage sich seit den 1990er-Jahren verschlechterte, weisen China und Indien im selben Zeitraum ein, im globalen Vergleich, überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum von mehr als 10 bzw. 7 % Prozent pro Jahr auf. Immer noch ist Japan aber die führende Wirtschaftsnation Asiens und (neben dem größtenteils zu Europa gezählten Russland) das einzige Land des Kontinents, das Mitglied der Gruppe der Acht führenden Industrieländer ist. Bezogen auf die Kaufkraftparität haben sowohl China als auch Indien aber heute (2007) ein größeres BIP als Japan.

Tigerstaaten

Nach dem zweiten Weltkrieg, verstärkt ab den 1960er-Jahren, war das wirtschaftliche Wachstum zunächst auf die Länder entlang der Pazifikküste konzentriert, wovon vor allem Japan, Südkorea und Taiwan, sowie die ehemaligen britischen Kolonien Hongkong und Singapur, profitierten, die sich eng an die Wirtschaft der USA banden. In den 1980er-Jahren entwickelten sich mehrere Staaten in Ost- und Südostasien mit einem raschen Wirtschaftswachstum von Schwellenländern zu Industrieländern: die so genannten „Tigerstaaten“ Hongkong (damals noch eine Kronkolonie des Vereinigten Königreichs), Taiwan, Singapur und Südkorea. 1997/98 fand die rasante Hochkonjunktur in vielen dieser Länder mit der Asienkrise ihr Ende, die von Thailand ausgehend, vor allem eine Finanz- und Währungskrise war. Seitdem wächst die Wirtschaft dieser Staaten zwar weiter, aber das sehr hohe Wachstum von bis zu 10 % hat sich auf 5–6 % abgeschwächt.

Entwicklungsländer

Weite Teile Asiens sind nach wie vor landwirtschaftlich geprägt, wobei insbesondere Reisanbau und Fischfang von Bedeutung sind.

Rohstoffarme Staaten oder durch Kriege und korrupte Regierungen zurückgeworfene Staaten wie Afghanistan, Bangladesch, Myanmar, Laos, Kambodscha, Vietnam sowie die ehemaligen Sowjetrepubliken in Zentralasien sind nach wie vor landwirtschaftlich entsprechend ihrer Topographie geprägt.

Die meisten heutigen zentral- und nordasiatische Staaten waren bis zu dessen Zerfall 1990/91 Teil der Sowjetunion und somit planwirtschaftlich organisiert. Die Wirtschaft dieser Länder ist großteils von Landwirtschaft und Schwerindustrie bestimmt.

Rohstoffreichtum einiger Regionen wie etwa Erdöl und -gas im Gebiet des Kaspischen Meeres oder diejenigen in der Tundra von Sibirien gewinnen Bedeutung im sich weltweit verstärkenden Kampf um diese Ressourcen wobei Fluch und Segen für die Bewohner häufig nahe beieinander liegen (Umweltverschmutzung, Korruption und Kriege).

Golfstaaten

In Südwestasien ist vor allem die Erdölförderung der bestimmende Wirtschaftszweig. Die weltweit größten bekannten Reserven befinden sich auf der arabischen Halbinsel und in den umliegenden Regionen am persischen Golf, wobei das Königreich Saudi-Arabien über die umfangreichsten Ölfelder verfügt. Weitere bedeutende Förderländer sind Iran und Irak. Die flächenmäßig kleinen Emirate Kuwait und Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und das Königreich Bahrain zählen durch den Verkauf von Erdöl bei zugleich relativ geringer Bevölkerungszahl zu den reichsten Staaten der Erde.

Religion, Mythologie und Philosophie

Mehrere Regionen Asiens, darunter Mesopotamien, das Tal des Indus (vgl. Indus-Kultur), Iran und China, gelten als „Wiegen der Zivilisation“. Mit der Entwicklung der Zivilisationen und der frühen Hochkulturen in diesen Gebieten ging auch die Entwicklung der Religionen einher. Alle im Allgemeinen als „Weltreligionen“ bezeichneten Religionen haben ihren Ursprung in Asien.

Vorderasien

Zu den frühesten Monumenten religiösen Empfindens der Menschheit zählt etwa die Anlage in Göbekli Tepe in der heutigen Türkei. Entstanden um etwa 9000 v. Chr., wobei die Ursprünge noch deutlich weiter zurück reichen dürften, als die neolithische Revolution und damit der Beginn von Ackerbau und Viehzucht noch bevorstand, gilt Göbekli Tepe als älteste bekannte Tempelanlage der Welt. Etwa aus derselben Zeit datieren Funde in Nevalı Çori am Euphrat in der heutigen türkischen Provinz Şanlıurfa, wo auch vergleichbare bildhauerische Werke, wie anthropomorphe Figuren und Tierdarstellungen, die auf eine religiöse Nutzung hindeuten, gefunden wurden.

In Mesopotamien (Zweistromland; vgl. „Fruchtbarer Halbmond“) entwickelte sich ab etwa dem vierten Jahrtausend v. Chr. die sumerische Religion. Sie ist eine der ältesten bekannten Religionen und hatte entscheidenden Einfluss auf sich später entwickelnde Glaubenssysteme der Kanaaniter (Vorläufer der Hebräer), Akkader, Babylonier, Assyrer, Hethiter, Hurriter, Ugariter und Aramäer. Neben einer Reihe von den Haupt- und Urgöttern verehrten die Sumerer, in einer Zeit als dort einige der ersten Städte wie Ur und Byblos entstanden (vgl. Liste historischer Stadtgründungen), Stadtgötter und verfügten damit bereits über ein Pantheon von Göttern. Das Gilgamesch-Epos, eines der frühesten schriftlichen Zeugnisse der Menschheit, hat seinen Ursprung in dieser Epoche und erzählt von den Begegnungen des Königs Gilgamesch mit den Göttern und seiner Suche nach Unsterblichkeit. Das Enuma Elisch (niedergeschrieben ca. im 12. Jahrhundert v. Chr.) ist wiederum einer der ursprünglichsten Schöpfungs-Mythen. Sumerische Mythen, wie etwa die Erzählung von der Sintflut, fanden auch Eingang in die judäo-christlichen Traditionen.

Vermutlich in Baktrien entstand zwischen 1800 v. Chr. und 700 v. Chr. der Zoroastrismus, eine der ältesten, wenn auch ursprünglich dualistischen, monotheistischen (Ahura Mazda) Religionen, die bis heute überdauert hat.

Die Richter (ca. 1250 v. Chr) und die Erzväter, die als früheste Überlieferungen der jüdischen Geschichte gelten, hatten ihren Ursprung in Mesopotamien, wo die Vorfahren der Hebräer als Nomadenvolk lebten. Abraham, der Stammvater Israels, soll selbst aus Ur gekommen sein. Tradiert ist die jüdische Religion in einer in der Tora festgehaltenen schriftlichen und einer mündlichen Lehre (Talmud u. a.).

Mit Jesus von Nazaret (vgl. Jesus Christus) wurde etwa 7 bis 4 v. Chr. in Palästina der selbst in der Tradition der jüdischen Religion stehende Begründer des Christentum geboren. Nach seinem Tod fand seine Lehre vorerst im Nahen Osten und, innerhalb des Römischen Reiches, in Südeuropa Verbreitung. In Asien entwickelten sich verschiedene Traditionen des christlichen Orients, von denen einige, wie etwa der Nestorianismus, bis weit nach Zentralasien und China vordrangen. Ausgehend vom byzantinischen Reich verbreiteten sich die altorientalischen Kirchen in Vorderasien und auch Indien, sowie die heute noch in weiten Teilen Nordasiens vorherrschenden orthodoxen Kirchen.

Die Geschichte des Islam begann im 6. Jahrhundert mit dem Wirken Mohammeds auf der arabischen Halbinsel. Gemäß der im Koran festgehaltenen Lehre des Islam gilt er als der letzte Prophet in der Geschichte der Menschheit und Vollender der biblischen Prophetie. In Asien fand der Islam im Zuge der islamischen Expansion Verbreitung im Nahen Osten und in weiten Teilen Zentral- und Südasiens bis zum indonesischen Archipel im Südosten

Süd- und Ostasien

Der bis heute vor allem in Indien vorherrschende Hinduismus entstand gegen Ende des Indus-Kultur um ca. 2000 v. Chr. Die Lehren basieren auf den Veden, heiligen Schriften, deren älteste, die Rigveda, etwa 1200 bis 1000 v. Chr. zusammengestellt wurde. Der Hinduismus umfasst eine große Zahl teils sehr unterschiedlicher Glaubensschulen und Ansichten. Es gibt weder ein gemeinsames Glaubensbekenntnis, noch Institutionen, die für alle Gläubigen gleichermaßen Autorität besitzen. Verbindende Merkmale sind die zentralen Gottheiten Brahma, Shiva und Vishnu (Trimurti) – die jedoch in den Lehrtraditionen wie Shivaismus, Vishnuismus oder Shaktismus sehr unterschiedlich betrachtet werden – und der Glaube an den sich ständig wiederholender Kreislauf des Lebens (Samsara) und die Reinkarnation. Der Hinduismus hatte, wie die indische Philosophie, schon früh prägenden Einfluss auf jene Länder, die im Einflussbereich der indischen Kultur lagen und fand Eingang in die Glaubenswelten Süd- und Südostasiens.

An der Wende vom sechsten zum fünften vorchristlichen Jahrhundert lebte in Nordindien Siddhartha Gautama, der nach der Überlieferung im Alter von 35 Jahren Erleuchtung erlangte und somit zum Buddha („Erwachter“, „Erleuchteter“) wurde. Aus der vedischen Tradition kommend und diese hinter sich lassend wurde er zum Begründer des Buddhismus. Etwa zeitgleich begründete Mahavira ebenfalls in Indien die Lehre des Jainismus.

Der Buddhismus wurde vorerst auf dem indischen Subkontinent, auf Sri Lanka und in Zentralasien bekannt. Der südliche Buddhismus (Theravada) fand Verbreitung in den Ländern Südostasiens. Der nördliche Buddhismus (Mahayana) erreichte über die Seidenstraße Zentral- und Ostasien, sowie von Nordindien die Länder der Himalayaregion, wo sich, in Wechselwirkung mit den bereits verbreiteten Glaubensystemen wie etwa Bön, weiteren Traditionen entwickelten; so beispielsweise Vajrayana (Tibet), Chan (China) bzw. Zen (Japan) und Amitabha-Buddhismus (Ostasien).

In China hatten die Philosophen Laozi (auch Lao Tse, Lao-tzu; 6. Jahrhundert v. Chr., ob er tatsächlich existiert hat ist nicht endgültig geklärt) und Konfuzius (auch Kong Tse, Kǒng Fū Zǐ; ca. 551 v. Chr. bis 479 v. Chr.) die Lehrtraditionen des Daoismus und des Konfuzianismus begründet, die bis heute prägenden Einfluss auf die Gedankenwelt und Gesellschaft Ostasiens besitzen und auch die Entwicklung des Buddhismus in diesen Regionen mitbeeinflussten (vgl. Buddhismus in China).

Die Religion in Japan war schon früh durch den Synkretismus verschiedener Glaubenssysteme gekennzeichnet. Bis heute sind Shintō und Buddhismus (Zen, Amidismus), der Japan im 5. oder 6. Jahrhundert erreichte, die am weitesten verbreiteten Religionen. Inhalte der chinesischen Lehren Daoismus und Konfuzianismus wurden von Shintō und Buddhismus aufgenommen und integriert. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrscht eine besonders hohe religiöse Toleranz in Japan, was zu einem starken Anwachsen neureligiöser Gruppen geführt hat.

An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert stiftete Guru Nanak im Punjab, im Nordwesten Indiens, den Sikhismus. Oft als Abspaltung oder Reformbewegung des Hinduismus oder als Synkretismus aus Hinduismus und Islam bezeichnet, beschreiben Sikhs ihren Glauben als religionsübergreifenden Lebensweg, der sich nicht an dogmatischen Grenzen, sondern an gelebter Weisheit orientiert.

Offiziell am 7. September 1926 im südlichen Vietnam gegründet, ist der Caodaismus (Đạo Cao Đài) heute nach Buddhismus und Katholizismus die drittgrößte Religion des Landes. Religionsstifter war Ngô Văn Chiêu, der die Lehren dieser Religion, die verschiedene Inhalte aus mehreren asiatischen Religionen und dem Christentum umfasst, durch spiritistische Sitzungen empfangen hatte.

Im 20. Jahrhundert hatten so unterschiedliche Persönlichkeiten wie der Inder Mahatma Gandhi, mit seiner aus der indischen Philosophie abgeleiteten Lehre der Gewaltlosigkeit (Ahimsa), und der chinesische Revolutionär Mao Zedong, mit seinem auf dem Kommunismus basierenden Maoismus, entscheidenden Einfluss auf die Politik der beiden nach ihrer Bevölkerungszahl größten Länder der Erde und darüber hinaus.

Wirtschaftliche und politische Bündnisse und Organisationen

Die Arabische Liga wurde als Verbund arabischer Staaten am 22. März 1945 in Kairo gegründet, wo sie auch ihren Sitz hat. Sie besteht aus 22 Mitgliedstaaten: 21 Nationalstaaten in Afrika und Asien sowie Palästina. Hauptziel der Arabischen Liga sind die Förderung der Beziehungen der Mitgliedstaaten auf politischem, kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet. Die Unabhängigkeit und Souveränität der Mitgliedstaaten und der arabischen Außeninteressen soll bewahrt und Streit innerhalb der Liga geschlichtet werden. Mitgliedsstaaten aus Asien sind: Bahrain, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, die Palästinensischen Autonomiegebiete, Saudi-Arabien, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Im September 1960 gründeten Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und der südamerikanische Staat Venezuela in Bagdad die OPEC (Organisation Erdöl exportierender Länder), der später auch die Ölförderländer Katar (1961), Indonesien (1962) und die Vereinigten Arabischen Emirate (1967) beitraten. Die OPEC–Mitgliedstaaten aus Asien, Afrika und Südamerika fördern zusammen etwa 40 % der weltweiten Erdölproduktion und verfügen über rund drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. Ziele der OPEC sind eine gemeinsame Ölpolitik, um sich gegen einen Preisverfall abzusichern, und zugleich die weltweite Ölversorgung sicherzustellen. Über die Festlegung von Förderquoten für die einzelnen OPEC-Mitglieder wird die Erdölproduktion geregelt. Neben der OPEC sind eine Reihe von Staaten auch in der OAPEC (Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten) vertreten, die 1968 von Kuwait, Libyen und Saudi-Arabien als Zusammenschluss politisch konservativer arabischer Länder Asiens und Nordafrikas und Gegenpol zur OPEC geschaffen wurde. Weitere Mitglieder aus Asien sind heute Bahrain, Irak, Katar, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die ASEAN (Verband Südostasiatischer Nationen) wurde am 8. August 1967 als politische, wirtschaftliche und kulturelle Vereinigung der südostasiatischen Staaten Thailand, Indonesien, Malaysia, Philippinen und Singapur gegründet. Ziel war und ist die Zusammenarbeit in der Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs, des sozialen Fortschritts und der politische Stabilität in der Region. Gegründet in der Zeit des „Kalten Krieges“ war das Bündnis von Anfang an kapitalistisch-marktwirtschaftlich und auf die Zusammenarbeit mit den westlichen Industrienationen ausgerichtet und stand in Konkurrenz zur kommunistisch-planwirtschaftlichen Volksrepublik China. 1984 trat das Sultanat Brunei der ASEAN bei, 1995 Vietnam, 1997 Myanmar und Laos sowie 1999 Kambodscha. Papua-Neuguinea hat den Status eines Beobachters. Am 1. Januar 2003 wurde mit der Etablierung des ASEAN-Freihandelszone (AFTA) eine Freihandelszone geschaffen, der alle Mitgliedsstaaten der ASEAN angehören. Australien und Neuseeland stehen in Verhandlungen, um diesem Freihandelsabkommen beizutreten. ASEAN plus Drei bezeichnet die gemeinsame Konferenz der ASEAN-Staaten mit China, Japan und Südkorea. In Thailand wurde 2000 die Chiang-Mai-Initiative begründet, die eine enge Kooperation der ASEAN plus Drei-Länder im Finanzsektor festlegt.

Iran, Pakistan und die Türkei gründeten 1985 die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO) aus der eine Freihandelszone entstehen sollte. Seit der Auflösung der Sowjetunion traten auch Afghanistan, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan dem Kooperationsbündnis bei. Internationale Bedeutung kommt ihm vor allem durch den Reichtum an Bodenschätzen in einigen Mitgliedsländern und durch die strategische Lage als Transitkorridor für diese Güter sowohl nach Europa wie auch nach China zu.

Auf Initiative der USA, Japans und Australiens wurde 1989 die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) geschaffen, deren Ziel die Einrichtung einer aller Pazifik-Anrainerstaaten umfassenden Freihandelszone in zwei Schritten ist: ab 2010 sollen die Freihandelsabkommen für die Industrienationen der Regionen gelten, ab 2020 auch für die Entwicklungsländer. Asiatische Mitglieder der APEC sind Brunei, die Volksrepublik China, Indonesien, Japan, Malaysia, Papua-Neuguinea, die Philippinen, Russland, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand und Vietnam.

Das Asien-Europa-Treffen (Asia-Europe Meeting: ASEM) dient der Beratung und multilateralen Gesprächen zwischen Europa und Asien über eine Zusammenarbeit in Wirtschaft, Politik, Bildung und Kultur. Der Vorschlag zu diesem Treffen kam vom damaligen Premierminister von Singapur Goh Chok Tong und wurde im März 1996 umgesetzt. Mitgliedern aus Asien sind: Brunei, die Volksrepublik China, Indonesien, Japan, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Südkorea, Thailand und Vietnam.

1997 wurde die Gruppe der acht Entwicklungsländer (D-8) gegründet, der neben Ägypten und Nigeria die asiatischen Staaten Bangladesch, Indonesien, Iran, Malaysia, Pakistan und die Türkei angehören. Ziel der D-8 ist es ihre Stellung in der Weltwirtschaft zu verbessern, Handelsbeziehungen zu diversifizieren und neue Handelsbeziehungen zu schaffen, die Teilhabe bei Entscheidungen auf internationaler Ebene auszubauen und so für bessere Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern zu sorgen.

Die Shanghai Cooperation Organisation (SCO; auch: Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, SOZ) ging 2001 aus der Shanghai-Five-Gruppe hervor, die in erster Linie der militärischen Zusammenarbeit der Mitgliedsländer und der Reduktion der Militärpräsenzen an den gemeinsamen Grenzen dienen sollte. Zu den ursprünglichen Mitgliedsstaaten Volksrepublik China, Russland, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan kam mit Gründung der SCO Usbekistan hinzu. Die Mongolei, Indien, Pakistan und der Iran befinden sich im Beobachterstatus. Besonders Indien wird zu einer vollen Mitgliedschaft ermutigt. Neben der Verbesserung der politischen Stabilität in der Region, wozu auch ein Antiterrornetzwerk (Regional Antiterrorism Structure, RATS) eingerichtet wurde, wird langfristig eine gemeinsame Außenpolitik und die Schaffung einer Freihandelszone angestrebt.

Im Vorfeld der fünften ministeriellen Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Cancún (Mexiko) wurde 20. August 2003 die Gruppe der Zwanzig (auch G20, zeitweise G21, G22 oder G20+) als gemeinsame Plattform für Entwicklungs- und Schwellenländern und Gegengewicht zu den USA und der EU geschaffen. Neben Brasilien sind die Volksrepublik China und Indien darin die führenden Kräfte. Mitglieder sind auch Indonesien, Pakistan, die Philippinen und Thailand.

Seit 2002 kooperien 30 Asiatische Staaten aus allen Regionen im Asian Cooperation Dialogue. Jährliche Treffen vor allem der Außen-, Finanz- und Wirtschaftsminister sollen zu einer verstärkten Zusammenarbeit beitragen.

Weitere wichtige asiatische Organisationen sind: Die Organisation der Islamischen Konferenz, die Asiatische Entwicklungsbank (Asia Development Bank, ADB) und die Asiatische Menschenrechtskommission

Dieser Artikel basiert auf dem Bericht Asien
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